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    Informationen zu Finanzprodukten

    Unter dieser Rubrik erhalten Sie detaillierte Informationen zu
    exportbezogenen Finanzprodukten - dem Akkreditiv,
    dem Bestellerkredit und der Forfaitierung.


Das Akkreditiv      Der Bestellerkredit      Die Forfaitierung

Das Akkreditiv

Unbestätigtes Akkreditiv („non‐confirmed letter of credit“)

Die Bank des Importeurs eröffnet ein Akkreditiv zu Ihren Gunsten. Mit Eröffnung eines Akkreditivs geht die Auslandsbank eine Zahlungsverpflichtung gegenüber Ihnen als Exporteur (dem Begünstigten) ein, den Lieferwert ausschließlich gegen Vorlage akkreditivkonformer Lieferdokumente an Sie zu zahlen. Üblicherweise wird die Eröffnung eines Akkreditivs dem Exporteur durch dessen Bank in Deutschland avisiert, bei der diese Dokumente eingereicht und geprüft werden sollen. Dadurch wird sichergestellt, dass eine Auszahlung nur erfolgt, wenn korrekte Dokumente durch den Exporteur vorgelegt werden.

Vorteile für Sie als Exporteur:

Nachteile:

 

Ein Teil dieser Nachteile entfällt bei einem bestätigten Akkreditiv.

Bestätigtes Akkreditiv („confirmed letter of credit“)

Zur Absicherung von politischen Risiken im Importland und zur Absicherung des Zahlungsrisikos der Auslandsbank ist zusätzlich die Bestätigung des Akkreditivs durch ein in Deutschland oder Europa ansässiges Kreditinstitut möglich. Dieses übernimmt Ihnen gegenüber eine eigene Zahlungsverpflichtung für den Fall, dass die Akkreditivbank im Ausland nicht zahlt.

Vorteile für Sie als Exporteur:


Nachteile:

 

Statt einer Bestätigung, die von der akkreditiveröffnenden Bank in Auftrag gegeben wird, können Sie von Ihrer Bank in Deutschland üblicherweise auch eine ähnlich wirkende sog. Ankaufszusage erhalten. Alternativ kann Ihre Bank in Deutschland im Auftrag und/oder unter Rückhaftung der Auslandsbank für Sie eine Garantie zur Absicherung herauslegen.
 

Definition      Vertragliche Beziehungen      Zahlungsflüsse      ERA      Fazit 

Der Bestellerkredit ("Buyer Credit")


Bestellerkredite sind eine attraktive Möglichkeit der mittel- bis langfristigen Exportfinanzierung. Kreditnehmer sind ausländische Käufer (Besteller), bei Infrastrukturprojekten auch staatliche Institutionen (z.B. Energieversorgungsunternehmen).

In Deutschland ansässige Kreditinstitute vergeben Bestellerkredite zur Finanzierung deutscher und internationaler Exporte häufig erst ab einem Kreditbetrag von EUR 5.000.000 und einer Laufzeit von drei Jahren. Für Exporte deutschen Ursprungs in Entwicklungs- und Schwellenländer werden Bestellerkredite in der Regel mit einer Exportkreditversicherung der Euler Hermes Deutschland AG abgesichert. In diesem Fall spricht man auch von gedeckten Bestellerkrediten. Für Importeure aus OECD-Länder können auch ungedeckte Bestellerkredite – also ohne Hermes-Deckung - gewährt werden.

Bei einem Bestellerkredit sind Kreditnehmer und Zahlungsempfänger nicht identisch. Die Auszahlung des Kredites erfolgt grundsätzlich direkt an Sie als Exporteur pro rata Lieferung/Leistung bzw. nach Baufortschritt(Ausnahme: bereits geleistete und im Kreditbetrag enthaltene Anzahlungen können auch an den Importeur ausgezahlt werden). Sofern die Bonität des Importeurs nicht ausreichend geprüft werden kann, kann eine Bank als im Land des Kreditnehmer agieren. Eine solche Bank bekommt einen günstigen (Refinanzierungs-)Kredit von einer Bank in Deutschland oder Europa und schließt mit dem Importeur einen separaten Kreditvertrag ab. In dem Fall tilgt der Importeur seinen lokalen Kredit mit der ausländischen Bank und diese wiederum den Bestellerkredit mit der in Deutschland ansässigen Bank (sogenannte Bank zu Bank Kredite).

Der dem Bestellerkredit zugrundeliegende Kreditvertrag orientiert sich an den Einzelheiten Ihres Liefergeschäftes. Dieses muss hermeskonform gestaltet sein. Dies bedeutet, zum Beispiel, dass der Importeur eine An- und/oder Zwischenzahlung von mindestens 15 % des Auftragswertes zu leisten hat. Es können maximal 85 % des Auftragswertes als Kredit finanziert werden.

Die Zinsen sind ebenso wie die Bearbeitungsgebühren („Management Fee“) und die Bereitstellungszinsen („Zusageprovision“ oder „Commitment Fee“) vom Kreditnehmer zu tragen. Da Sie als Exporteur beim Bestellerkredit nicht Kreditnehmer sind, werden die Rechtsbeziehungen zwischen Ihnen und der kreditgebenden Bank in einer sog. Verpflichtungserklärung/Exporteurgarantie geregelt.

Vorteile für Sie als Exporteur:


Nachteile:

Ungedeckt      ECA-Deckung      An-/Zwischenzahlungen      Bank-zu-Bank mit ECA      Flexibilität    

Die Forfaitierung


Als Forfaitierung bezeichnet man den regresslosen Ankauf von mittel‐ und langfristigen Forderungen, zum Beispiel aus einem Lieferantenkredit, durch eine Bank oder ein Spezialinstitut.

Mit vertragsgemäßer Lieferung/Leistung entstehen Ihnen als Exporteur Zahlungsforderungen gegen Ihren Kunden im Ausland. Diese können durch ein Kreditinstitut in Deutschland oder Europa „à forfait“, also mit allen politischen Risiken und Zahlungsrisiken (d.h. regresslos), angekauft werden. Auf diese Weise kann im späteren Nichtzahlungsfall kein Rückgriff mehr auf Sie als Exporteur erfolgen; Sie werden damit von allen Risiken befreit und erhalten sofort den Kaufpreis. Die Forderungen müssen zum Zeitpunkt der Forfaitierung und während der gesamten vereinbarten Finanzierungslaufzeit bestehen, frei von Rechten Dritter und abtretbar sein. Für diesen rechtlichen Bestand der Forderungen (Veritätsrisiko) stehen Sie als Exporteur genauso ein, wie für die Echtheit der vorgelegten Dokumente und die Erfüllung des Liefervertrages.

Die Kosten für die Forfaitierung setzen sich aus den marktüblichen Refinanzierungskosten und einem Risikoaufschlag zusammen (Abzinsungssatz), der vom Zahlungsziel sowie der Kreditwürdigkeit des Schuldners (Importeurs) bzw. Garanten (i.d.R. Bank im Land des Importeurs) und des Importlandes abhängig ist.

Von der Bonität des Importeurs (Schuldners) und des Schuldnerlandes hängt ebenfalls ab, ob der Abschluss einer Kreditversicherung (Hermesdeckung) erforderlich ist, damit eine Forderung forfaitiert werden kann. Die zu erwartenden Forfaitierungskosten können als Käuferzinsen in den Auftragswert eingestellt werden, wodurch sich die Forfaitierung für den Exporteur annähernd kostenneutral darstellen lässt.

Vorteile für Sie als Exporteur:


Nachteile:

Abgetretene Lieferantenkreditdeckung

Machen Sie sich mit den verschiedenen Finanzierungsformen vertraut

Immer wichtiger für den Erfolg Ihres Exportgeschäftes wird die Bereitstellung passgenauer Finanzierungskonzepte. Informieren Sie sich daher umfassend auf unserer GoFinex‐Seite über die Vor‐ und Nachteile verschiedener Finanzierungsformen und lassen Sie sich bei Bedarf beraten. Nur mit dem nötigen Hintergrundwissen können Sie mögliche Risiken schon bei der Geschäftsanbahnung erkennen, auf Augenhöhe mit auf die Exportfinanzierung spezialisierten Banken sprechen und schließlich die für Sie attraktivste Finanzierungsform wählen.