Wirtschaftslexikon Exportfinanzierung

Mit unserem Wirtschaftslexikon geben wir Ihnen die Möglichkeit, den Überblick zu behalten und die Begriffe der Außenhandelsfinanzierung besser zu verstehen. Die Begriffserläuterungen basieren entweder auf Artikeln der Wikipedia-Enzyklopädie oder sind von GoFinex erstellt.

  • 30/360 (Deutsche Methode)

    Das Jahr wird mit 360 Tagen gerechnet, jeder Monat immer mit 30 Tagen.

  • Act/360 (Euromethode od. Französische Usance)

    Das Jahr wird mit 360 Tagen gerechnet, beim Monat zählen die tatsächlichen Tage (actual). Diese Methode findet unter anderem im Euroraum und der Schweiz im Geldmarkt und bei der Berechnung von Hypotheken ihre Anwendung.

  • Act/365 (Englische Methode)

    Das Jahr wird als kalendermäßiges Gemeinjahr mit 365 Tagen gerechnet, beim Monat zählen die tatsächlichen Tage (actual). Diese Methode findet in einigen Ländern der Europäischen Gemeinschaft im Geldmarkt ihre Anwendung.

  • Act/act (tagegenaue Methode)

    Sowohl das Jahr als auch der Monat werden mit den tatsächlichen Tagen gerechnet (actual). Dabei wird die Zinsperiode aufgeteilt, wenn Schaltjahre enthalten sind, und für jeden Teil werden die zugehörigen Teiler verwendet. Diese Methode findet unter anderem im Euroraum im Kapitalmarkt und bei Anleihen ihre Anwendung. Unterschieden wird act/act nach der ICMA-Methode und nach der ISDA-Methode.

  • Akkreditiv

    Das Akkreditiv (englisch Commercial letter of credit CLC oder Letter of credit L/C) ist im Außenhandel ein Geschäftsbesorgungsvertrag mit der Verpflichtung eines Kreditinstituts, nach Weisungen des Auftraggebers bei Vorlage bestimmter Dokumente innerhalb eines bestimmten Zeitraumes Zahlung an einen bestimmten Zahlungsempfänger zu leisten.

  • Akkreditivbank

    Beteiligte am Akkreditiv sind ein Exporteur (Verkäufer, Zahlungsempfänger), Importeur (Käufer, Zahlungspflichtiger) und mindestens ein zwischengeschaltetes Kreditinstitut („Akkreditivbank“, die Bank des Importeurs). Die vom Exporteur eingeschaltete Bank heißt „Akkreditivstelle“ oder „avisierende Bank“.

  • Akzeptierungsakkreditiv

    Nach der Art und Fälligkeit der Leistung können folgende Akkreditivarten unterschieden werden:

    1. Zahlungsakkreditiv:
    1a) Sichtakkreditiv (englisch sight letter of credit): Die Zahlung erfolgt bei Vorlage der Dokumente,
    1b) deferred payment-Akkreditiv: Die Zahlung erfolgt an einem bestimmten Termin nach Vorlage der Dokumente.

    2. Akzeptierungsakkreditiv (englisch letter of credit against acceptance): Zahlung gegen Hergabe eines Wechselakzeptes durch die Bank.

    3. Negoziierungsakkreditiv (englisch negotiable letter of credit): Zahlung gegen Kreditgewährung.

  • Akzept

    Akzept ist ein gezogener akzeptierter Wechsel (aber auch die Unterschrift des Bezogenen auf dem Wechsel wird Akzept genannt!). Ein auf eine Bank gezogener und von dieser akzeptierter Wechsel wird Bankakzept genannt. Bankakzepte „erster Adresse“ werden als Privatdiskonten am Börsenmarkt zum Privatdiskontsatz gehandelt und von der Notenbank bevorzugt rediskontiert. Wird von einer Bank die Tratte durch Hereinnahme der Remboursdokumente gesichert, spricht man von einem ‚Remboursakzept‘.

  • Akzeptkredit

    Der Akzeptkredit ist im Bankwesen eine Kreditleihe, bei der sich ein Kreditinstitut für einen Kunden durch Wechselakzept verpflichtet. Anders als bei der Geldleihe, bei welcher der Kreditnehmer von seiner Bank einen Kredit in Form von Bargeld, Zahlungsmitteln oder Kreditlinien eingeräumt bekommt, erhält der Bankkunde beim Akzeptkredit zunächst kein Geld.

  • Akzessorietät

    Akzessorietät (Adjektiv: akzessorisch, von lateinisch accedere ‚hinzutreten‘) ist ein allgemeiner Rechtsbegriff, der die Abhängigkeit des Bestehens eines Rechtes von dem Bestehen eines anderen Rechts kennzeichnet. Im Kreditwesen versteht man unter Akzessorietät die gesetzlich vorgesehene enge Verknüpfung einer Kreditsicherheit mit einer (Kredit-) Forderung. Das Gesetz verlangt in diesen Fällen stets eine Abhängigkeit der Kreditsicherheit von einem Kredit und umgekehrt.

  • Amtsblatt der Europäischen Union

    Das Amtsblatt der Europäischen Union (ABl) ist das offizielle Veröffentlichungsblatt der Europäischen Union. In seiner Funktion vergleichbar ist es dem Bundesgesetzblatt in Deutschland und Österreich.

  • Anschlussfinanzierung

    Die Anschlussfinanzierung (englisch follow-up financing) ist im Bankwesen die bei Ablauf der im Kreditvertrag vorgesehenen Zinsbindungsfrist vorzunehmende Vereinbarung eines neuen Kreditzinses innerhalb der gesamten Kreditlaufzeit. Dadurch wird die ursprüngliche Kreditlaufzeit nicht verändert. Nur bei der Prolongation wird die ursprünglich vereinbarte Kreditlaufzeit verlängert.

  • Anzahlung

    Eine Anzahlung (englisch down payment) liegt vor, wenn der Käufer bei einem Kaufvertrag oder Erwerber bei einem sonstigen Vertrag eine Teilzahlung erbringt, für welche die Lieferung oder Leistung noch nicht erfolgt ist.

  • Anzahlungsgarantie

    Anzahlungsgarantie oder Anzahlungsbürgschaft sind von Kreditinstituten oder Versicherern ausgestellte Gewährleistungen, die das Anzahlungsrisiko eines Käufers oder Importeurs absichern sollen. Bei einer geleisteten Anzahlung hat der Käufer oder Importeur das Risiko der Nicht- oder Schlechtlieferung oder sogar der Insolvenz des Verkäufers oder Exporteurs zu tragen, weil der Anzahlung zunächst keine Gegenleistung des Verkäufers/Exporteurs gegenübersteht.

  • Atradius-Deckung

    Atradius ist das zweitgrößte Kreditversicherungsunternehmen der Welt. Hauptsitz der Gesellschaft ist Amsterdam. Alle Risiken aus übernommenen ECA-Deckungen werden vollumfänglich durch den niederländischen Staat rückversichert.

  • Auftrag

    Unter einem Auftrag versteht man in der Umgangssprache vielfach eine Bestellung, etwa bei einem Kaufvertrag, einen Kundenauftrag oder eine Weisung an einen Auftragsempfänger, während der Auftrag in der Rechtswissenschaft den zwischen einem Auftraggeber und einem Auftragnehmer abgeschlossenen Vertrag auf unentgeltliche Geschäftsbesorgung darstellt.

  • Auftraggeber

    Auftraggeber ist ein Wirtschaftssubjekt, das dem anderen Vertragspartner einen Auftrag für die Besorgung eines Geschäfts überträgt. Gegenpartei ist der Auftragnehmer.

  • Ausfallwahrscheinlichkeit

    Die Ausfallwahrscheinlichkeit (Abkürzung PD aus englisch Probability of Default) ist im Bankwesen ein bankenaufsichtsrechtlicher Risikoparameter zur Messung der Kreditrisiken.

  • Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistung

    Die Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistung (APG) ist eine Exportkreditgarantie der Bundesrepublik Deutschland. Sie sichert kurzfristige Forderungen mit Kreditlaufzeiten bis zu 12 Monaten kostengünstig gegen Zahlungsausfall ab. Die APG gehört zu den Auslandsgeschäftsabsicherungen (Hermes-Bürgschaft), die neben Garantien auch andere Risiken in Deckung nimmt.

  • Ausfuhrdeckung

    Bei der Ausfuhrdeckung handelt es sich um eine Ausfuhrgewährleistung des Bundes (siehe Hermes-Deckung), die den Exporteur ab Versand der Ware oder Beginn der Leistung bis zur vollständigen Bezahlung gegen die Uneinbringlichkeit der im Ausfuhrvertrag vereinbarten Kaufpreisforderung (einschließlich der Kreditzinsen bis zur Fälligkeit der Kaufpreisforderung) schützt.

  • Ausfuhrgenehmigung

    Eine Ausfuhrgenehmigung (auch Exportgenehmigung) ist die Genehmigung zur Ausfuhr von Sachen, für die eine Ausfuhrgenehmigungspflicht vorliegt. Sie wird in den Mitgliedstaaten der EU von der jeweils zuständigen Behörde auf Antrag ausgestellt. In Deutschland ist das BAFA für die Erteilung von Ausfuhrgenehmigungen für Waffen und Ähnliches die zuständige Behörde (§ 8 Abs. 2 AWG). Das BAFA gehört zum Geschäftsbereich des Wirtschaftsministeriums. Ausfuhrgenehmigungen nach dem Marktordnungsrecht werden von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung und Ausfuhrgenehmigungen für Betäubungsmittel von der Bundesopiumstelle ausgestellt. Weitere Ausfuhrgenehmigungspflichten und Zuständigkeiten ergeben sich aus den jeweiligen Einzelgesetzen.

  • Ausfuhrgewährleistung

    Ausfuhrgewährleistungen sind der Oberbegriff für die verschiedenen Formen der Gewährleistungen, welche der Bund zur Absicherung der mit Exportgeschäften und ihrer Finanzierung verbundenen Risiken gegenüber deutschen Exporteuren und Finanzierungsinstituten übernimmt (siehe Hermes-Deckungen).

  • Ausfuhrrisiko

    Die Deckung des Ausfuhrrisikos schützt den Exporteur für die Zeit zwischen dem Versand der Ware oder dem Beginn der Leistung und dem Eingang der Exportforderung. Hierin ist das Insolvenzrisiko des Importeurs mit abgesichert. Das Insolvenz- (Delkredere-) Risiko ist deshalb Bestandteil des Ausfuhrrisikos. Auch der „protracted default“ ist mit abgedeckt.

  • Ausfuhrversicherung

    Exportkreditversicherung, auch Ausfuhrversicherung oder Exportrisikoversicherung genannt, ist die Sammelbezeichnung für verschiedene Versicherungsformen, die die Exportrisiken des Ausfalls von Forderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen absichern.

  • Auslandshandelskammer (AHK)

    Auslandshandelskammern, auch bilaterale Handelskammern genannt, vertreten die Interessen von Firmen ihres Heimatlandes in einem anderen Land (z. B. Deutsche Handelskammer für Spanien; Handelskammer Schweiz-Litauen) und/oder die Förderung der wechselseitigen Unternehmensbeziehungen ganz allgemein. Insbesondere unterstützen sie Ansiedlungs- und Investitionsvorhaben sowie die Geschäftsanbahnung im Ausland und den Export durch ein Dienstleistungsangebot, das in einzelnen Fällen auch Routineaufgaben wie Buchhaltung und Gehaltsabrechnung einschließen kann.

  • Auslandsüberweisung

    Unter Auslandsüberweisung versteht man umgangssprachlich eine Überweisung im bargeldlosen Zahlungsverkehr, bei welcher der Zahlungspflichtige eines Landes mittels Weisung an sein kontoführendes Kreditinstitut Buchgeld zu Lasten seines Girokontos über die Bankverbindung des Zahlungsempfängers eines anderen Landes an diesen übertragen lässt.

  • Auslandszahlungsverkehr

    Internationaler Zahlungsverkehr ist im Zahlungsverkehr die Übertragung von Zahlungsmitteln über Ländergrenzen hinweg.

  • Ausländische Zulieferungen

    In die Hermes-Deckung können bis zu einem bestimmten Umfang auch Zulieferungen aus Drittländern ("ausländische Zulieferungen") einbezogen werden. So können unter bestimmten Voraussetzugen z.B. Zulieferanteile aus EU-Ländern bis zu 40% des Auftragswertes betragen.

  • Ausschreibung

    Eine Ausschreibung ist die öffentliche, schriftliche Aufforderung, Angebote für die in der Ausschreibung genannten Lieferungen oder Leistungen abzugeben. Dies geschieht in Zeitungen oder in Fachzeitschriften. Während der öffentliche Sektor meist gesetzlich zu Ausschreibungen verpflichtet ist, nutzen in den letzten Jahren zunehmend gewerbliche wie auch private Kunden die Möglichkeiten der Ausschreibung in der Hoffnung, ihre Kosten hierbei zu minimieren.

  • Aussteller (Urkunde)

    Aussteller einer Urkunde ist, wer sich die in der Urkunde verkörperte Erklärung kraft seiner Unterschrift zurechnen lassen muss, weil er geistig hinter der Urkunde steht und sich an ihren Inhalt gebunden fühlt.

  • Ausstellungsgebühr

    Eine Ausstellungsgebühr oder englisch "Issuance fee" ist eine Gebühr ("Flat Fee") zur Vergütung anfallender Bearbeitungskosten im Zusammenhang mit einer Garantie.

  • Außenhandelsfinanzierung

    Unter Außenhandelsfinanzierung (auch: Handelsfinanzierung; englisch trade finance) versteht man im Bankwesen die Finanzierung des Außenhandels der Nichtbanken mit Hilfe von Kreditinstituten.

  • Außenhandelsinstrument

    Außenhandelsinstrumente sind die Gesamtheit aller staatlichen regulatorischen Maßnahmen im Rahmen der Außenhandelspolitik, die darauf abzielen, den Export und/oder Import zu verbessern oder zu behindern. Außenhandelsinstrumente werden auch dazu eingesetzt, ökonomische, soziale oder Umweltziele zu erreichen. Ziel eines jeden Außenhandelsinstruments ist es entweder, den Außenhandel auszuweiten oder ihn zu verringern.

  • Außenhandelspolitik

    Unter Außenhandelspolitik versteht man alle staatlichen Maßnahmen, die in den freien Ex- und Import von Gütern eingreifen. Die Strategie der Außenhandelspolitik kann somit einerseits darin liegen, Handelsbarrieren abzubauen und den Freihandel zu fördern oder andererseits durch entsprechende Maßnahmen Exporte des eigenen Landes zu fördern und/oder Importe aus dem Ausland zu begrenzen (Protektionismus). Seit dem Zweiten Weltkrieg hat sich in den meisten Ländern schrittweise eine mehr auf Freihandel ausgerichtete Außenhandelspolitik durchgesetzt, die jedoch in den letzten Jahren von Globalisierungskritikern in Frage gestellt wird.

  • Außenwirtschaftsgesetz (AWG)

    Außenwirtschaftsgesetz (AWG) regelt den Verkehr von Devisen, Waren, Dienstleistungen, Kapital und sonstigen Wirtschaftsgütern mit dem Ausland. Das AWG löste 1961 damit die seit 1949 bestehenden alliierten Devisengesetze ab, die zwar bis zur deutschen Einheit fortgalten, deren Gehalt jedoch nur noch für den innerdeutschen Verkehr zwischen Bundesrepublik und DDR Bedeutung hatte. Mit dem Außenwirtschaftsgesetz gab der Bundesgesetzgeber weitestgehend einen Rahmen für die Ausgestaltung des Warenverkehrs mit dem Ausland vor.

  • Außenwirtschaftsverordnung (AWV)

    Die Außenwirtschaftsverordnung (AWV) ist die Verordnung zur Durchführung des deutschen Außenwirtschaftsgesetzes. Sie enthält die Genehmigungs-, Verfahrens- und Meldebestimmungen sowie die dazugehörigen Straf- und Bußgeldvorschriften. Sie trat 1961 erstmals in Kraft.

  • Avalkredit

    Der Bankaval (seltener auch Das Bankaval) oder Avalkredit (von italienisch avallo – „Wechsel“, dieses von arabisch hiwala – „Mandat“, „Wechsel“) ist im Bankwesen die Übernahme von Bürgschaften, Garantien und sonstigen Gewährleistungen durch Kreditinstitute im Auftrag von Bankkunden im Rahmen des Kreditgeschäfts. Der Begriff Aval steht auch für die Unterzeichnung eines Wechsels durch eine zusätzliche Person, die damit ebenso haftet wie der Bezogene und der Aussteller des Wechsels.

  • Avalprovision

    Für ihr Kreditrisiko und die dem Geschäftsbesorgungsvertrag zugrunde liegende Dienstleistung erhält die Bank gemäß Kreditvertrag eine nach der Höhe und Risiko des Avalkredits berechnete Avalprovision. Da es sich nicht um einen Geldkredit handelt, orientiert sich die Avalprovision nicht an den aktuellen Kreditzinsen, sondern an dem individuellen Haftungsrisiko der Bank. Das ist der Grund, warum von Aval„provision“ die Rede ist, weil Provisionen in Zusammenhang mit Dienstleistungen berechnet werden. Zudem spielt bei der Höhe der Avalprovision die aufsichtsrechtliche Einordnung des Avalkredits eine Rolle. Bis auf die Anzahlungsavale sind wegen des vergleichsweise geringen Kreditrisikos Avalkredite lediglich mit 50 % Eigenmitteln zu unterlegen

  • Änderungsprovision

    Änderungsgebühr oder Amendment Fee ist eine Gebühr (Flat Fee) zur Vergütung der Bearbeitungskosten bei Abänderung einer Garantieurkunde. Siehe auch Garantiegeschäft.

  • BAFA

    Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Eschborn bei Frankfurt am Main ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi); es übt auch Aufgaben für andere Bundesministerien aus.

  • Bank

    Eine Bank ist ein Kreditinstitut, das entgeltliche Dienstleistungen für den Zahlungs-, Kredit- und Kapitalverkehr anbietet. Je nach Typ betreibt eine Bank Kreditgeschäft, Spareinlagenverwaltung (Passivgeschäft), Verwahrung von und Handel mit Wertpapieren. Im Falle einer Universalbank werden alle Bereiche abgedeckt. In Deutschland ist ein Kreditinstitut in § 1 Kreditwesengesetz (KWG) gesetzlich definiert als ein kaufmännisches Unternehmen, das Bankgeschäfte betreibt. Die Bezeichnung „Bank“ dürfen nach § 39 KWG nur Unternehmen führen, die eine Banklizenz besitzen. Die Gesamtheit aller Kreditinstitute sowie die gesetzlichen Regelungen dazu bezeichnet man als Bankwesen.

  • Bank-zu-Bank-Kredit

    Ein Bank-zu-Bank-Kredit ist ein Finanzkredit, der einer Bank oder Finanzinstitution im Bestellerland zur Bezahlung der im Ausfuhrvertrag vereinbarten Lieferungen und/oder evtl. Leistungen gewährt wird.

  • Bankarbeitstag

    Bankarbeitstag (englisch banking day) ist weltweit ein Arbeitstag, an dem Kreditinstitute für den Publikumsverkehr geöffnet sind und der bargeldlose Zahlungsverkehr abgewickelt wird. Komplementärbegriff ist der Bankfeiertag.

  • Bankaval

    Der Bankaval (seltener auch Das Bankaval) oder Avalkredit (von italienisch avallo – „Wechsel“, dieses von arabisch hiwala – „Mandat“, „Wechsel“) ist im Bankwesen die Übernahme von Bürgschaften, Garantien und sonstigen Gewährleistungen durch Kreditinstitute im Auftrag von Bankkunden im Rahmen des Kreditgeschäfts. Der Begriff Aval steht auch für die Unterzeichnung eines Wechsels durch eine zusätzliche Person, die damit ebenso haftet wie der Bezogene und der Aussteller des Wechsels.

  • Bankbürgschaft

    Die Bankbürgschaft ist eine Avalart. Die Bankbürgschaft ist (i) akzessorisch, d.h. erlischt bei Erlöschen der Hauptschuld und (ii) die Zahlunsverpflichtung besteht erst bei Beweis des materiellen Garantiefalls. Siehe auch Bankgarantie.

  • Bankenaufsicht

    Die Bankenaufsicht hat die Aufgabe, im Rahmen der staatlichen Aufsicht über den Finanzmarkt die Tätigkeit von Kreditinstituten zu überwachen. Die Begriffe Bankenregulierung und -aufsicht sind nicht scharf voneinander getrennt und werden zum Teil synonym verwendet. Dieser Artikel versteht unter Bankenregulierung das Festlegen allgemeiner Regeln, während man unter Bankenaufsicht das Durchsetzen dieser versteht.

    Die Bankenaufsicht umfasst einerseits die Erlaubnis zum Geschäftsbetrieb eines Kredit- und Finanzdienstleistungsinstituts sowie andererseits die Kontrolle der laufenden Geschäftstätigkeit hinsichtlich Einhaltung von Vorschriften über Eigenkapital, Liquidität, Begrenzung von Beteiligungen und Depotprüfungen. Die Geldinstitute unterliegen umfassenden Meldepflichten; diese erstrecken sich hauptsächlich auf die Einreichung von Monatsausweisen, Jahresabschlüssen und die Anzeige von bestimmten Kreditaggregaten (Millionenkredite, Großkredite und Organkredite).

    Bei unzureichendem Eigenkapital kann die Bankenaufsicht Gewinnausschüttungen, Entnahmen und Kreditgewährung beschränken oder das betroffene Geldinstitut sogar schließen.

  • Bankgarantie

    Die Bankgarantie ist eine Avalart. Sie ist (i) abstrakt, d.h.nicht vom Bestand der Hauptforderung abhängig und (ii) die Zahlungsverpflichtung besteht bereits beim Garantiefall. Siehe auch Bankbürgschaft.

  • Barakkreditiv

    Nach der Art der Bedingungen können folgende Akkreditivarten unterschieden werden:

    1. Barakkreditiv (Kreditbrief): ohne besondere Bedingungen, die Zahlung erfolgt gegen Vorlage des Kreditbriefs.

    2. Dokumenten- oder Warenakkreditiv (englisch documentary credit): Die Zahlung ist an die Vorlage und Prüfung genau bezeichneter Warendokumente gebunden.

  • Basispunkt

    Basispunkt (Finanzwesen), Zinssatz-Einheit, 100 Basispunkte entsprechen einem Prozentpunkt.

  • Bearbeitungsgebühr

    Bearbeitungsgebühr ist eine von Unternehmen oder Behörden berechnete Gebühr, die für die mit Aufträgen oder die Erbringung von Dienstleistungen anfallenden Verwaltungskosten erhoben wird.

  • Bereitstellungsprovision

    Bereitstellungszinsen (auch Bereithaltungszinsen oder Bereitstellungsprovision) werden von Kreditinstituten bei Krediten für den Fall erhoben, dass zwischen der im Kreditvertrag vorgesehenen Auszahlungsreife und dem tatsächlichen Abruf der Kreditmittel ein größerer Zeitraum liegen sollte.

  • Bereitstellungszinsen

    Bereitstellungszinsen (auch Bereithaltungszinsen oder Bereitstellungsprovision) werden von Kreditinstituten bei Krediten für den Fall erhoben, dass zwischen der im Kreditvertrag vorgesehenen Auszahlungsreife und dem tatsächlichen Abruf der Kreditmittel ein größerer Zeitraum liegen sollte.

  • Berner Union

    Die Berner Union ist eine internationale Vereinigung der staatlichen Exportkreditversicherungen in Form eines privatrechtlichen Vereins nach Schweizer Recht. Die Berner Union hat ein System von Absprachen und Empfehlungen erarbeitet, das auf der Vorstellung basiert, daß mit einer staatlichen Ausfuhrgewährleistungn nur handelsübliche Zahlungsbedingungen unterstützt werden sollen. Das Regelwerk hat mit der Einführung des OECD-Konsensus an Bedeutung verloren. Heute dient die Berner Union vornehmlich dem Erfahrungsaustausch der Mitglieder.

  • Beschlagnahme

    Beschlagnahme ist die Sicherstellung eines Gegenstandes durch einen staatlichen Hoheitsakt gegen den Willen des Besitzers und/oder des Eigentümers. Eine Beschlagnahme zu militärischen Zwecken nennt man Requirierung.

  • Besicherung

    Kreditsicherung (auch Kreditsicherheit) bezweckt die Absicherung eines Kreditrisikos durch Sachen, Rechte oder durch die Bonität von anderen Unternehmen oder Personen. Durch Kreditsicherheiten beabsichtigt der Gläubiger einer Forderung, dass diese insolvenzsicher wird für den Fall, dass der Schuldner selbst die Tilgung und/oder Zinsen ganz oder teilweise nicht mehr erbringen kann. Das Gegenteil sind Blankokredite.

  • Bestätigtes Akkreditiv

    Durch die Eröffnung eines Akkreditivs wird ein unwiderrufliches Zahlungsversprechen der Bank des Importeurs begründet. Um dem Exporteur zusätzlich zu diesem Zahlungsversprechen eine weitere Sicherheit zu geben, ist es möglich, dass zusätzlich zu dem Zahlungsversprechen der Bank des Importeurs ein Zahlungsversprechen der Bank des Exporteurs (oder einer dritten Bank, z. B. der Weltbank oder einer internationalen Entwicklungsbank) ausgesprochen wird. Dieses zweite Zahlungsversprechen dient der Absicherung von Risiken, die in der Bank des Importeurs (Länder- und/oder Bankenrisiken) und in dem Staat des Importeurs (z. B. Risiko eines Zahlungsmoratoriums wegen Devisenmangel oder des Konvertierungs- und Transferstopprisikos, bei dem es der Akkreditivbank nicht erlaubt ist, einheimische Währung zu tauschen (konvertieren) oder Devisen ins Ausland zu transferieren) begründet sein können. Eine Akkreditivbestätigung setzt voraus, dass die Bank des Importeurs im Akkreditiv ausdrücklich einen Bestätigungsauftrag erteilt. Die bestätigende Bank haftet dem Exporteur gegenüber bei der Nichteinhaltung der Akkreditivverpflichtung durch die eröffnende Bank. In der Bestätigungsklausel behält die bestätigende Bank sich in der Regel eine Karenzfrist vor, nach der sie anstelle der eröffnenden Bank Zahlung leistet.

    Eine Bestätigung ohne Auftrag der Auslandsbank ist in der Bankensprache eine Ankaufszusage oder stille Bestätigung. In beiden Fällen prüft die bestätigende Bank die Kreditwürdigkeit der eröffnenden Bank und verbucht in ihren Büchern einen Kredit für diese Bank.

    Banken bestätigen in der Regel nur Akkreditive, bei der die bestätigende Bank die Zahlung nach Prüfung der Dokumente auslösen kann. Regelmäßig ist die bestätigende Bank auch die Bank, die die Dokumente prüft. Nach Feststellung der Konformität der Dokumente mit dem Akkreditiv teilt die bestätigende/aufnehmende Bank der eröffnenden Bank mit, dass die Dokumente aufgenommen wurden und fordert diese auf, innerhalb von drei Bankarbeitstagen für die Kontodeckung zu sorgen bzw. dass sie sich bei einer in der L/C Eröffnung angegebenen Bank erholt bzw. dass sie das Lorokonto der eröffnenden Bank belastet. Ein Lorokonto ist ein Konto, welches ein Kreditinstitut für ein anderes in- oder heute meist ausländ. Kreditinstitut in einem Korrespondenzverhältnis führt.

  • Besteller

    siehe Importeur

  • Bestellerkredit

    Der Bestellerkredit, auch Finanzkredit oder gebundener Finanzkredit genannt, ist ein liefergebundener Kredit, der einem Käufer (Importeur) von einem Kreditinstitut gewährt wird, um seine Zahlungsverpflichtung gegenüber seinem Lieferanten (Exporteur) zu begleichen.

    Diese Kreditform wird hauptsächlich im Exportgeschäft eingesetzt. Dann erfolgt die Absicherung dieser liefergebundenen Finanzkredite über die Ausfuhrgewährleistungen des Bundes im Rahmen einer Exportkreditversicherung. Gegenstand dieser so genannten Finanzkreditdeckung ist der von einem deutschen Kreditinstitut dem Importeur eingeräumte Finanzkredit zur Bezahlung der Importe, der auch die darauf entfallenden Kreditkosten enthält, bis zur vollständigen Bezahlung. Die Deckung erfolgt durch Ausfuhrgarantien, die auch wirtschaftliche und politische Risiken einbeziehen.

  • Bezogener

    Bezogener (oder Trassat) ist der aus einem Wechsel oder einem Scheck zur Zahlung verpflichtete Schuldner.

  • Bietungsgarantie

    Bietungsgarantie (oder Bietungsaval) (englisch: Bid Bond) ist im Bankwesen ein Avalkredit, bei welchem die haftende Bank sicherstellt, dass der Bieter bei einer Ausschreibung jederzeit eine Vertrags- oder Konventionalstrafe zahlen kann, wenn er seine bei Angebotsabgabe übernommenen Verpflichtungen nicht erfüllt oder den Vertrag nach Zuschlagserteilung nicht unterzeichnet.

  • Bill of Lading

    Das Konnossement (englisch: Bill of lading (B/L)) ist ein Schiffsfrachtbrief und Warenwertpapier. Die Einzelheiten ergeben sich insbesondere aus dem Internationalen Abkommen zur Vereinheitlichung von Regeln über Konnossemente von 1924.

  • BMWi

    Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (kurz BMWi) ist eine oberste Bundesbehörde der Bundesrepublik Deutschland.

  • Bonität

    Bonität (von lateinisch bona, „Vermögen“, hieraus lateinisch bonitas „Vortrefflichkeit“) oder Kreditwürdigkeit ist in der Finanzwirtschaft die Fähigkeit eines Wirtschaftssubjekts (natürliche Personen, Unternehmen oder Staaten mit ihren Untergliederungen), die aufgenommenen Schulden zurückzahlen zu können (wirtschaftliche Bonität) und der Wille, diese zurückzuzahlen (Zahlungswilligkeit). Bei Emittenten von Wertpapieren wird unter Bonität die Fähigkeit verstanden, die Emission nebst Zinsen zu bedienen und zu tilgen. Daraus ableitbar ist die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Kreditnehmer in der Lage und willens sein wird, die erforderlichen Rückzahlungen zu leisten.

  • Boykott

    Ein Boykott ist ein organisiertes wirtschaftliches, soziales oder politisches Zwangs- oder Druckmittel, durch das eine Person, eine Personengruppe, ein Unternehmen oder ein Staat vom regelmäßigen Geschäftsverkehr ausgeschlossen wird. Heute steht der Boykott allgemein für eine Verrufserklärung oder Ächtung durch Ausdruck einer kollektiven Verweigerungshaltung.

    Der wirtschaftliche Boykott dient insbesondere der Ausschaltung von Konkurrenz; der soziale Boykott als Druckmittel von Interessensgruppen (etwa im Arbeitskampf); der politische Boykott ist ein staatliches Sanktionsmittel gegenüber anderen Staaten.

  • Bpifrance Assurance Export-Deckung

    Bpifrance Assurance Export ist die französische Exportkreditversicherung. Sie gewährt Deckungen im Namen Frankreichs.

  • Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)

    Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Eschborn bei Frankfurt am Main ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi); es übt auch Aufgaben für andere Bundesministerien aus.

  • Bundesanzeiger

    Der Bundesanzeiger (BAnz, bis 31. März 2012 BAnz.) ist als Amtsblatt neben dem Bundesgesetzblatt ein weiteres Verkündungs- und Bekanntmachungsorgan der deutschen Bundesbehörden.

  • Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)

    Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (kurz BMWi) ist eine oberste Bundesbehörde der Bundesrepublik Deutschland.

  • Cash Management

    Cash Management oder Liquiditätsmanagement bezeichnet in der Betriebswirtschaftslehre einen Begriff im Finanzmanagement.

  • CESKE-Deckung

    CESKE ist die spanische Exportkreditversichrung.

  • CIRR

    CIRR steht für Commercial Interest Reference Rate. Für jede Währung der OECD-Konsensus-Teilnehmer wird ein kommerzieller Referenzzinssatz ("CIRR") festgelegt. Dieser orientiert sich an der aktuellen Entwicklung der Marktzinsen der betreffenenden Währung. Die CIRR wird jeweils zum 15. eines jeden Monats neu festgelegt. Die CIRR stellt die Zinsuntergrenze für Kredite der Kategorie I (wohlhabende Länder) und der Kategorie II (mittlere Länder) dar. Siehe OECD-Konsensus.

  • Coface-Deckung

    siehe Bpifrance Assurance Export-Deckung

  • Compliance (BWL)

    Compliance bzw. Regeltreue (auch Regelkonformität) ist die betriebswirtschaftliche Umschreibung für die Einhaltung von Gesetzen und Richtlinien, aber auch von freiwilligen Kodizes, in Unternehmen. Die Gesamtheit der Grundsätze und Maßnahmen eines Unternehmens zur Einhaltung bestimmter Regeln und damit zur Vermeidung von Regelverstößen in einem Unternehmen wird als Compliance Management System bezeichnet.

  • Compliance Management System

    Compliance Management System (CMS) bezeichnet die Gesamtheit der im Unternehmen eingerichteten Maßnahmen und Prozesse, um Regelkonformität sicherzustellen.

  • Containerschiff

    Ein Containerschiff ist ein Schiffstyp, der für den Transport von ISO-Containern ausgelegt ist. Die Ladungskapazität von Containerschiffen wird in TEU (Twenty-foot Equivalent Units) angegeben und entspricht der Anzahl von 20-Fuß-Containern, die geladen werden können.

  • Containerterminal

    Ein Containerterminal (CT) ist eine Anlage, an der Container zwischen mindestens zwei Transportmitteln umgeschlagen werden (zum Beispiel Schiff ↔ LKW und/oder Schiff ↔ Eisenbahnwaggon).

  • Containertransport

    Als Containertransport bezeichnet man eine spezielle Art des Behältertransports, der auf intermodalen, stapelbaren Metallcontainern (wie etwa Luftfrachtcontainer, ISO-Container usw.) basiert. Diese Container werden nach standardisierten Maßen gefertigt und können effizient be- und entladen, gestapelt, transportiert und zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln umgeladen werden.

  • Country ceiling

    Country ceiling („Länderobergrenze“) ist der Grundsatz, dass ein Schuldner in einem Staat kein besseres Rating aufweisen darf als der Staat, in welchem der Schuldner seinen Sitz hat. Grund hierfür ist, dass das Länderrisiko dieses Staates einen limitierenden Faktor bei der Kreditbedienung durch den Schuldner darstellen kann.

  • Covenants

    Beim Anglizismus Covenants (lateinisch conventio, „Vertrag, Vereinbarung“) handelt es sich im deutschen Sprachgebrauch um bestimmte Klauseln oder (Neben-)Abreden in Kreditverträgen und Anleihebedingungen. Es sind vertraglich bindende Zusicherungen des Kreditnehmers oder Anleiheschuldners während der Laufzeit eines Kredites.

  • Darlehensbedingungen

    Unter Darlehensbedingungen (Darlehenskonditionen, Kreditkonditionen) versteht man allgemein und im Bankwesen die Vertragsbestandteile, zu denen Kreditgeber bereit sind, Darlehen oder Kredite an Kreditnehmer zu gewähren.

  • Darlehensgebühr

    Kredit- oder Darlehensgebühren, auch Bearbeitungsentgelte, sind Bankgebühren, die im Zusammenhang mit Krediten von Kreditnehmern zusätzlich zu den vereinbarten Kreditzinsen zu entrichten sind.

  • Debitor

    Debitor (lateinisch debere „schulden“) ist im deutschen Rechnungswesen der Begriff für den Schuldner aus Lieferungen und Leistungen. Komplementärbegriff ist der Kreditor.

  • Deckungen

    siehe Exportkreditersicherung

  • Delcredere/Ducroire-Deckung

    Delcredere/Ducroire ist die belgische Exportkreditversicherung. Sie ist eine sog. Public Institution und übernimmt Deckungen im eigenen Namen unter Garantie des belgischen Staates.

  • Delkredererisiko

    Unter Delkredere (von italienisch del credere ‚des Glaubens‘) versteht man allgemein das Risiko eines Forderungsausfalls und speziell im Handelsrecht eine besondere Art des Garantievertrags, die bei Handelsvertretern und Kommissionären vorkommt. Der Kommissionär übernimmt gegenüber dem Kommittenten (und der Handelsvertreter gegenüber seinem Geschäftsherrn) die ihm obliegende unmittelbare persönliche Haftung für die Verbindlichkeiten des Vertragspartners aus dem von ihm abgeschlossenen Geschäft in Form der Gewährleistung für den Eingang der Forderung.

  • Derivat (Wirtschaft)

    Ein derivatives Finanzinstrument oder kurz Derivat (lateinisch derivare ‚ableiten‘) ist ein gegenseitiger Vertrag, der seinen wirtschaftlichen Wert vom beizulegenden Zeitwert einer markt­bezogenen Referenzgröße ableitet. Die Referenzgröße wird als Basiswert (englisch underlying) bezeichnet. Basiswerte können Wertpapiere (Aktien, Anleihen usw.), finanzielle Kennzahlen (Zinssätze, Indizes, Bonitätsratings usw.) oder Handelsgegenstände (Rohstoffe, Devisen, Edelmetalle usw.) sein.

  • Devisenmarkt

    Der Devisenmarkt (Währungsmarkt, FX-Markt, auch Forex; englisch Foreign exchange market) ist der Markt, an dem Devisenangebot und Devisennachfrage aufeinandertreffen und zum ausgehandelten Devisenkurs getauscht werden. Der Devisenmarkt lässt sich nicht lokalisieren, weil der Devisenhandel ganz überwiegend zwischen den Marktteilnehmern direkt stattfindet und Devisenbörsen weitgehend abgeschafft wurden oder bedeutungslos geworden sind. Der Devisenmarkt ist mit einem weltweiten Tagesumsatz von ca. 5,3 Billionen US-Dollar im Jahr 2013 der größte Finanzmarkt der Welt.

  • DIA-Deckung

    Investitionsgarantien (auch "DIA-Deckung" genannt) sind seit Jahrzehnten ein etabliertes und bewährtes Außenwirtschaftsförderinstrument des Bundes. Investitionsgarantien sichern förderungswürdige deutsche Direktinvestitionen in Entwicklungs-, Schwellen- und ehemaligen Transformationsländern gegen politische Risiken ab. Das Förderinstrument trägt maßgeblich zum wirtschaftlichen Wachstum sowie zur Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen im Anlageland und in Deutschland bei. Die Investitionsgarantien werden im Auftrag der Bundesregierung von der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als Mandatar des Bundes bearbeitet.

  • Direktauszahlung

    Das Direktauszahlungsverfahren ist der Regelfall für die Auszahlung von (liefer-) gebundenen Finanzkrediten. Dabei zahlt der Kreditgeber die Darlehensvaluta unmittelbar an den Exporteur aus und belastet das Konto des Kreditnehmers (Besteller oder ausländische Bank bzw. Finanzinstitution). Siehe Finanzkredit.

  • Diskontkredit

    Unter Diskontkredit versteht man im Bankwesen den Ankauf von Wechseln durch Kreditinstitute.

  • Diskontsatz

    Der Diskontsatz (von ital. disconto, zu lat. discomputare für abrechnen) ist der Zinssatz, zu dem ein Kreditinstitut Wechsel an die Zentralbank verkaufen (rediskontieren) kann. Damit kann sie sich kurzfristig Liquidität verschaffen. Als Preis zahlt sie dafür den Diskontsatz (als Abschlag vom Nominalwert).

  • Dokumenten-Akkreditive

    Nach der Art der Bedingungen können folgende Akkreditivarten unterschieden werden:

    1. Barakkreditiv (Kreditbrief): ohne besondere Bedingungen, die Zahlung erfolgt gegen Vorlage des Kreditbriefs.

    2. Dokumenten-Akkreditiv oder Warenakkreditiv (englisch documentary credit): Die Zahlung ist an die Vorlage und Prüfung genau bezeichneter Warendokumente gebunden.

  • Dokumenteninkasso

    Ein Dokumenteninkasso ist im Außenhandel eine Zahlungsbedingung, bei der der zahlungspflichtige Importeur unter Mitwirkung von Kreditinstituten Dokumente des zahlungsempfangenden Exporteurs gegen Zahlung oder gegen Akzeptierung von Wechseln Zug um Zug ausgehändigt werden. Dabei werden die Interessen beider Handelspartner an einer vertragsgemäßen Abwicklung der Zahlung und an einer vertragsgemäßen Lieferung ausgeglichen.

  • Downgrade

    Downgrade oder upgrade ist die Herabstufung oder Heraufstufung eines Ratings um mindestens einen „notch“ im Vergleich zum zeitlich vorhergegangenen Rating für dasselbe Ratingobjekt.

  • Dual-Use

    Dual-Use (auch Dual Use; englisch dual-use; sinngemäß übersetzt: mit doppeltem Verwendungszweck) ist ein dem Englischen entlehnter Begriff, der überwiegend in der Exportkontrolle angewendet wird und die prinzipielle Verwendbarkeit eines Wirtschaftsgutes (z. B. einer Maschine, aber auch Software und Technologie) sowohl zu zivilen als auch militärischen Zwecken kennzeichnet. Der militärische Zweck schließt auch alle Waren ein, „die sowohl für nichtexplosive Zwecke als auch für jedwede Form der Unterstützung bei der Herstellung von Kernwaffen oder sonstigen Kernsprengkörpern verwendet werden können.“

  • Dual-Use-Verordnung

    Die Verordnung (EG) Nr. 428/2009 (Dual-Use) des Rates vom 5. Mai 2009 über eine Gemeinschaftsregelung für die Kontrolle der Ausfuhr von Gütern und Technologien mit doppeltem Verwendungszweck ist eine Verordnung der Europäischen Gemeinschaft zur Ausfuhr von Gütern und Technologien, die einen doppelten Verwendungszweck (Dual-Use) besitzen. Sie wird umgangssprachlich als Dual-Use-Verordnung bezeichnet.

  • ECA

    ECA steht für "Export Credit Agency" und ist die englische Bezeichnung für eine Exportkreditversicherung.

  • EGAP-Deckung

    EGAP ist die tschechische Exportkreditversicherung.

  • Eigentumsvorbehalt (Deutschland)

    Beim Eigentumsvorbehalt handelt es sich um eine Übereignung einer beweglichen Sache unter einer aufschiebenden Bedingung. Er findet im Kaufrecht Anwendung: Durch Vereinbarung eines Eigentumsvorbehalts wird dem Käufer gestattet, den Kaufpreis in Raten zu zahlen. Zwar erwirbt der Käufer erst mit vollständiger Kaufpreiszahlung Eigentum, allerdings darf er bereits vorher die Ware nutzen.

    Der Eigentumsvorbehalt ist im Geschäftsverkehr äußerst verbreitet und gilt daher als eines der wichtigsten Kreditsicherungsmittel. Im deutschen Zivilrecht ist der Eigentumsvorbehalt in § 449 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) geregelt.

  • Einheitliche Richtlinien für auf Anfordern zahlbare Garantien (ERAG)

    Einheitliche Richtlinien für auf Anfordern zahlbare Garantien (ERAG), Uniform Rules for Demand Guarantees (URDG) ist eine im Jahr 1991 in Paris von der Internationalen Handelskammer (ICC) verabschiedete Richtlinie, die das Recht von Bankgarantien regelt. 2009 beschloss die ICC eine überarbeitete Fassung, die am 1. Juli 2010 in Kraft trat (ICC Publikation Nr. 758).

    Das Regelwerk ist Nachfolger der im Jahre 1978 verabschiedeten Einheitlichen Richtlinien für Vertragsgarantien, was ein allgemeineres Werk war und sich in der Praxis nicht durchgesetzt hatte. (ICC-Publikation Nr. 325) Die Kritik dieses Vorgängers war, dass das internationale Garantiegeschäft nicht ausreichend beachtet wurde.

  • Einheitliche Richtlinien und Gebräuche für Dokumenten-Akkreditive (ERA)

    Die ERA 600 (Einheitliche Richtlinien und Gebräuche für Dokumenten-Akkreditive, englisch UCP, Uniform customs and practice for documentary credits) sind ein Handelsbrauch und stellen die international anerkannten Grundlagen für die Abwicklung von Dokumentenakkreditiven dar. Zahlungsabwicklung mittels Akkreditiv spielt im Außenhandel eine wichtige Rolle.

    Die ERA wurden erstmals 1933 veröffentlicht und 1951, 1962, 1974, 1983 und 1993 überarbeitet. Die zurzeit aktuelle Revision wurde am 25. Oktober 2006 von der Bankenkommission der Internationalen Handelskammer (ICC) einstimmig angenommen und im Dezember 2006 als ICC-Publikation Nr. 600 veröffentlicht. Sie findet seit dem 1. Juli 2007 Anwendung. Mit den neuen Regeln wurden praktische Erfahrungen umgesetzt, verschiedene offene Punkte geklärt und Vereinfachungen eingeführt.

    Die ERA regeln bei Akkreditivgeschäften den Ablauf, die Haftung und die Verantwortung der beteiligten Geschäftspartner (Banken und Außenhandelskaufleute) und die Abtretung von Forderungen. Die beteiligten Dokumente (Rechnungen, Frachtpapiere, Zertifikate) und der Umgang mit ihnen werden definiert. Eine ähnliche Regelung stellt die URDG dar.

  • Einrede

    Die Einrede des nichterfüllten Vertrages (exceptio non adimpleti contractus) ist im Schuldrecht eine Einrede, durch die eine selbst nicht vorleistungspflichtige Vertragspartei eines gegenseitigen Vertrags die ihr obliegende Leistung bis zur vollständigen und ordnungsgemäßen Gegenleistung verweigern darf.

  • EKF-Deckung

    EKF ist die dänische Exportkreditversicherung. Sie untersteht seit Mitte 2016 als Independent Public Company dem dänischen Wirtschaftsministerium.

  • EKN-Deckung

    EKN ist die schwedische Exportkreditversicherung.

  • Embargo

    Ein Embargo (von spanisch embargo ""Beschlagnahme"", ""Pfändung"") ist in der internationalen Wirtschaft und Politik der Eingriff von Staatsorganen in den Export und Import von Waren, Rohstoffen und auch Dienstleistungen in ein bzw. aus einem bestimmten Land. Oft sind nur bestimmte Produkte oder Dienstleistungen von einem Embargo betroffen, etwa bei einem Waffenembargo oder Finanzembargo.

    Ein Embargo wird von Ländergruppen gegen ein bestimmtes Land ausgesprochen, um dieses beispielsweise von Import und Export abzuschneiden. Oft bekommt dieses Land wirtschaftliche Probleme; diese können innenpolitische Auswirkungen haben. Der UN-Sicherheitsrat verwendet Embargos oder andere Sanktionen bei bestimmten Rahmenbedingungen als Druckmittel gegen Länder, die gegen Völkerrechte verstoßen.

  • Embargoware

    Unter Embargoware versteht man Waren oder Warengruppen, die im Falle eines Handelsembargos für ein bestimmtes Land oder eine Gruppe von Ländern nicht mehr frei angeboten oder gehandelt werden dürfen.

  • Entwicklungsland

    Als Entwicklungsland wird ein Land bezeichnet, bei dem die Mehrzahl seiner Bewohner hinsichtlich der wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen einen messbar niedrigeren Lebensstandard haben. Dies äußert sich vor allem durch eine schlechte Versorgungslage mit Nahrungsmitteln und Konsumgütern, Armut, Unterernährung und Hunger, Einschränkungen bei der Gesundheitsversorgung, eine hohe Kindersterblichkeitsrate und eine geringe Lebenserwartung, mangelhafte Bildungsmöglichkeiten, eine hohe Analphabeten- und Arbeitslosenquote. Welches Land als Entwicklungsland einzustufen ist oder nicht, hängt vom Maßstab ab, an dem man die Entwicklung eines Landes misst.

  • ERA 600

    siehe Einheitliche Richtlinien und Gebräuche für Dokumenten-Akkreditive

  • Erfüllungsgarantie

    Die Erfüllungsgarantie oder Performance Bond ist die vertragliche Übernahme einer Einstandspflicht für die ordnungsgemäße Erfüllung vertraglicher Ansprüche, etwa aus einem Kaufvertrag oder Werkvertrag. Dabei wird die Garantie für den Eintritt eines bestimmten Erfolges oder den Nichteintritt eines bestimmten Schadens übernommen.

  • ERP-Exportfinanzierungsprogramm

    Im Rahmen des ERP-Exportfinanzierungsprogramms können langfristige Exportkredite zur Finanzierung von deutschen Investitionsgüterexporten und damit zusammenhängender oder selbständiger Dienstleistungen nach Entwicklungs- und Schwellenländern gewährt werden. Der Bund wird vertreten durch die KfW als Mandatar des Bundes. Die KfW IPEX-Bank wurde von der KfW mit der Abwicklung dieses Programms beauftragt.

  • ERP-Sondervermögen

    Das ERP-Sondervermögen bezeichnet ein vom Bund verwaltetes Sondervermögen aus dem European Recovery Program (ERP). Dies wurde 1948 ursprünglich auf der Grundlage des Marshallplans bereitgestellt, um den Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft zu fördern. Um dieses ERP-Kapital zuzuteilen, das bis 2007 auf rund 12 Milliarden Euro angewachsen ist, wurde 1948 die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gegründet.

  • Erstattungsverfahren

    Wenn der Exporteur etwa wegen der Eilbedürftigkeit der Lieferungen die Zahlungen auch für den gemäß Ausfuhrvertrag zu kreditierenden Teil bereits vom Darlehensnehmer oder von einer Geschäftsbank aus einem Akkreditiv erhalten hat, kann die Auszahlung eines Darlehens nach Abruf durch den Exporteur auch im Erstattungsverfahren an den Darlehensnehmer oder die Geschäftsbank, die aus einem Akkreditiv Zahlungen geleistet hat, erfolgen. Bei Hermes-gedeckten Krediten bedarf das Erstattungsverfahren jeweils einer ausdrücklichen Genehmigung.

  • EU-Länder

    Die Europäische Union (EU) besteht seit dem 1. Juli 2013 aus 28 Mitgliedstaaten. Sie umfaßt: Belgien, Bulgarien, Dänemark,Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Vereinigtes Königreich und Zypern.

  • Euler Hermes

    Die Euler Hermes SA ist eine Kreditversicherungsgruppe mit Sitz in Courbevoie bei Paris.

    Das Unternehmen ist mit einem Marktanteil von rund 35 Prozent weltweiter Marktführer in dieser Sparte. Euler Hermes ist Weltmarktführer im Warenkreditversicherungsgeschäft. Mit 6.140 Mitarbeitern in über 50 Ländern bietet Euler Hermes ein komplettes Spektrum an Dienstleistungen für das Forderungsmanagement an.

    Der Umsatz 2013 betrug knapp 2,5 Milliarden Euro. Die Euler Hermes Gruppe analysiert die Bonität von über 40 Millionen Unternehmen und versicherte Ende Dezember 2012 weltweit Transaktionen im Wert von mehr als 770 Milliarden Euro. Euler Hermes, Tochtergesellschaft der Allianz SE, ist an Euronext Paris notiert. Die Gruppe und ihre wichtigsten Tochtergesellschaften im Bereich Kreditversicherung erhielten von Standard & Poor’s das Rating AA−. Die deutsche Niederlassung Euler Hermes Deutschland ist mit einem Marktanteil von rund 40 Prozent Deutschlands führender Kreditversicherer.

    Der Sitz der deutschen Niederlassung befindet sich in Hamburg.

  • EURIBOR

    Euro InterBank Offered Rate (EURIBOR) ist ein Referenzzinssatz für Termingelder in Euro im Interbankengeschäft, seit 1. Januar 1999 an Bankarbeitstagen für die Laufzeiten 1 Woche, 2 und 3 Wochen und die zwölf monatlichen Laufzeiten von 1 Monat bis 12 Monaten ermittelt. Seit dem 1. November 2013 werden nur noch die Werte für die Laufzeiten 1 Woche, 2 Wochen, 1 Monat, 2, 3, 6, 9 und 12 Monate veröffentlicht.

  • Eurozone

    Als Eurozone (amtlich auch Euro-Währungsgebiet oder Euro-Raum) wird die Gruppe der EU-Staaten bezeichnet, die den Euro als offizielle Währung besitzen. Die Eurozone besteht aus 19 EU-Staaten und wird deswegen als Euro-19 bezeichnet. Zuletzt übernahm Litauen am 1. Januar 2015 als 19. EU-Land den Euro als offizielle Währung.

    Die derzeit 19 Staaten der Eurozone sind Belgien, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, die Niederlande, Österreich, Portugal, die Slowakei, Slowenien, Spanien und die Republik Zypern. Von den übrigen neun EU-Staaten sind sieben verpflichtet, den Euro einzuführen, sobald sie die vereinbarten Konvergenzkriterien erreichen. Dänemark und das Vereinigte Königreich könnten theoretisch den Euro einführen, müssen es jedoch nicht, das heißt, sie haben de jure eine Ausstiegsoption.

    Für die Geldpolitik der Eurozone ist die Europäische Zentralbank zuständig und verantwortlich. Zusammen mit den nationalen Zentralbanken der Staaten der Eurozone bildet sie das Eurosystem. Im Rahmen der Euro-Gruppe stimmen die Staaten der Eurozone ihre Steuer- und Wirtschaftspolitik untereinander ab, allerdings ohne formale Entscheidungsbefugnis.

  • Export

    Als Export bezeichnet man im Rahmen der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) die Menge der von einer Volkswirtschaft anderen Volkswirtschaften zur Verfügung gestellten Güter. Aus Sicht der jeweils anderen Volkswirtschaft stellen diese Güterströme Importe dar.

  • Export Control Classification Number (ECCN)

    Die Export Control Classification Number (kurz ECCN) ist eine alphanumerische Kennzeichnung für Exportgüter mit US-amerikanischem Ursprung.

    Die ECCN wird innerhalb der amerikanischen Commerce Control List (CCL) des Bureau of Industry and Security verwendet, um Güter, die dem amerikanischen Exportkontrollrecht unterliegen, zu identifizieren. Die ECCN ist i.d.R. 5-stellig und beginnt mit einer Ziffer zwischen 0 und 9 (Kategorie), gefolgt von einem der fünf Buchstaben von A bis E (Produktgruppe, Gattung). Daran schließen sich 3 Ziffern (Kennung) an, z. B. 3A001. Ggf. wird die Kennung produktspezifisch noch durch Buchstaben und einer Zahl weiter unterteilt, z. B. 3A001.b.4.b oder 3A001.b.8.

  • Exportbeschränkung

    Exportbeschränkung ist eine Beschränkung der Gütermenge, die in andere Länder exportiert wird. Hierbei wird unterschieden zwischen freiwilliger Exportbeschränkung, Exportrestriktion und Ausfuhrverbot.

  • Exporteurgarantie

    Im Zusammenhang mit Hermes-gedeckten Finanzkrediten hat der Exporteur der Geschäftsbank, welche den Finanzkredit dem ausländischen Besteller gewährt, eine Exporteurgarantie abzugeben. Darin werden die Verpflichtungen festgelegt, die der Exporteur gegenüber der Geschäftsbank im Zusammenhang mit der Finanzierung seines Ausfuhrgeschäftes zu übernehmen hat. Die Gestaltung der Exporteurgarantie hängt zum einen von der Deckungsart, zum anderen von der Regelung hinsichtlich des Selbstbehaltes (nicht abgewälzter oder abgewälzter Selbstbehalt) ab.

    Kernpunkte der Exporteurgarantie sind in jedem Fall die Verpflichtung des Exporteurs zur Zahlung des Hermes-Entgeltes für die Fabrikationsrisiko-, Ausfuhr- und Finanzkreditdeckung und die Übernahme von Informationspflichten bezüglich der Abwicklung des Ausfuhrgeschäfte und der Bonität des ausländischen Bestellers. Ferner erklärt sich der Exporteur zur Abgabe der von Euler Hermes geforderten ""Verpflichtungserklärung“ gegenüber dem Bund bereit.

    Bei Garantiegeschäften im Sinne der Hermes-Deckung haftet der Exporteur auch für die Erfüllung bestimmter, nicht von der Finanzkreditgarantie des Bundes gedeckter Forderungen - Zinsen nach Fälligkeit der jeweiligen Rückzahlungsrate, Zinszuschläge für rückständige Rückzahlungsraten, Ersatz für Verzugsschäden - , soweit diese nicht auf die bei der Geschäftsbank verbleibende Selbstbeteiligung (in der Regel 5%) entfallen.

  • Exportfinanzierung

    siehe Außenhandelsfinanzierung

  • Exportkontrolle

    Die Exportkontrolle ist ein international gehandhabtes Rechtsinstrument, das sich auf den sicherheitspolitisch relevanten grenzüberschreitenden Austausch von Waren und Dienstleistungen konzentriert. Durch die Exportkontrolle können dem Außenwirtschaftsverkehr eines Landes oder eines Wirtschaftsraumes rechtliche Beschränkungen auferlegt werden, um u. a. die Berücksichtigung wesentlicher Sicherheitsinteressen des jeweiligen Landes/Wirtschaftsraumes zu gewährleisten oder eine Störung des friedlichen Zusammenlebens der Völker zu verhüten.

    Die moderne Exportkontrolle hat zwei grundsätzliche Zielrichtungen:

    die Verhinderung der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen (Nonproliferation) und
    die Verhinderung der unkontrollierten Verbreitung konventioneller Rüstungsgüter.

    Darüber hinaus wird die Exportkontrolle auch zur Terrorismusprävention (wirtschaftliche Isolierung) eingesetzt.

  • Exportkredit

    Gewährt der Staat oder dessen Institutionen (Staatsbank) dem Exporteur Kredite für die Produktion der Exportgüter zu günstigen Bedingungen (Zins, Laufzeit, Besicherung), so fördert dies den Export. Auch die Exportkreditversicherung gehört hierzu, da diese die Exporte in Staaten mit erhöhten politischen und/oder wirtschaftlichen Risiken ermöglicht, die ohne Versicherung nicht stattfinden würden.

  • Exportkreditversicherung

    Exportkreditversicherung, auch Ausfuhrversicherung oder Exportrisikoversicherung genannt, ist die Sammelbezeichnung für verschiedene Versicherungsformen, die die Exportrisiken des Ausfalls von Forderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen absichern.

  • Exportquote

    Die Exportquote (englisch export quota) ist eine volkswirtschaftliche Kennzahl, die das Verhältnis der Exporte zum Bruttoinlandsprodukt einer Volkswirtschaft wiedergibt. Gegensatz ist die Importquote. Im betriebswirtschaftlichen Zusammenhang wird der Anteil des Umsatzes aus Auslandsgeschäften am Gesamtumsatz als Exportquote bezeichnet.

  • Exportsubvention

    Exportsubventionen sind staatliche Leistungen für Warenexporte, um sonst nicht konkurrenzfähige Waren auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig zu machen. Es handelt sich um ein Außenhandelsinstrument. Im Zusammenhang mit den Exportsubventionen der EU spricht man von Exportbeihilfe oder Exporterstattung.

  • Fabrikationsrisiko

    Das Fabrikationsrisiko tritt ein, wenn politische oder wirtschaftliche Umstände im Ausland die Fertigstellung oder den Versand der Waren verhindern. Auch das Risiko eines Embargos ist hierin seit September 1966 abgesichert. Bei der Deckung des Fabrikationsrisikos bezieht sich die Garantie auf Verluste der Selbstkosten, die dem Exporteur durch vorzeitige Beendigung des Geschäftes entstehen. Fabrikationsrisikodeckungen umfassen die tatsächlichen Selbstkosten des Exporteurs. Diese werden von ihm vorher geschätzt und der Deckung als Höchstbetrag zugrunde gelegt.

  • Fabrikationsrisikodeckung

    Die Fabrikationsrisikodeckung ist eine Form der Hermes-Deckung. Sie schützt den Exporteur gegen Risiken, die im Zusammenhang mit einem Ausfuhrgeschäft vor Versand der Ware bestehen. Abgedeckt sind die Kosten, die dem Exporteur dadurch entstehen, daß die Fertigstellung bzw. der Versand der Ware aufgrund politischer oder wirtschaftlicher Umstände unmöglich oder dem Exporteur nicht mehr zumutbar ist.

  • Factoring

    Factoring (lateinisch factura, deutsch ‚Rechnung‘) ist ein Anglizismus für die gewerbliche, revolvierende Übertragung von Forderungen eines Unternehmens (Lieferant, Kreditor) gegen einen oder mehrere Forderungsschuldner (Debitor) vor Fälligkeit an ein Kreditinstitut oder ein Spezialinstitut (Factor). Beim echten Factoring werden die Forderungen mit dem Risiko des Forderungsausfalls an den Factor übertragen, beim unechten Factoring verbleibt dieses Delkredererisiko beim Lieferanten. In beiden Fällen haftet der Lieferant für den Rechtsbestand der Forderungen, trägt also weiterhin das Veritätsrisiko.

  • Festzinssatz

    Unter Festzins versteht man einen Zinssatz, der für eine bestimmte Laufzeit unverändert konstant bleibt, unabhängig von der aktuellen Entwicklung der Marktzinsen. Eine Legaldefinition bietet § 489 Abs. 5 BGB, wonach ein „gebundener“ Zinssatz für die gesamte Vertragslaufzeit als feststehende Prozentzahl vereinbart wird. Ein Festzins kann entweder für die gesamte Laufzeit eines Kredites oder einer Geldanlage vereinbart werden oder aber nur für einen Teil der Laufzeit (siehe Zinsbindungsfrist).

  • Finanzielle Zusammenarbeit

    Die Finanzielle Zusammenarbeit (FZ) ist ein Bestandteil der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Durchführungsorganisation der Finanziellen Zusammenarbeit ist in Deutschland die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau). Ihre Hauptaufgabe ist es, die Partnerländer bei der Finanzierung von Maßnahmen und Projekten zu unterstützen, die für ihre Entwicklung wichtig sind – z. B. Investitionen in das Bildungs- und Gesundheitssystem, in die Infrastruktur (wie Straßenbau, Wasserversorgung, ländliche Elektrifizierung), in den Umweltschutz oder in die Landwirtschaft. Die aus Mitteln der Finanziellen Zusammenarbeit geförderten Vorhaben werden von der Bundesregierung gemeinsam mit den Partnerländern nach entwicklungspolitischen Gesichtspunkten ausgewählt. Die Mittel werden im Rahmen völkerrechtlich verbindlicher Regierungsabkommen zugesagt. Die KfW unterstützt die Projektträger im Partnerland bei der Vorbereitung, Prüfung und Durchführung der Vorhaben.

  • Finanzierung

    Finanzierung (auch Finanzökonomik; englisch financing) ist in der Finanzwirtschaft die Versorgung eines Wirtschaftssubjekts mit Kapital, damit es seine Ziele verfolgen kann.

  • Finanzierungsleasing

    Beim Finanzierungsleasing (auch: Finance-Leasing) als typischem Leasing überwälzt der Leasinggeber das Investitionsrisiko auf den Leasing-Nehmer. Der Geber trägt somit nur das Kreditrisiko und eventuell vereinbarte Dienstleistungen. Der Leasing-Nehmer wird während der Vertragslaufzeit nicht dinglicher Eigentümer des Vermögensgegenstandes, wenn ihm die Sache auch wirtschaftlich als Eigene zugerechnet werden kann, da der Leasing-Geber kein Interesse an einem Rückerhalt des Besitzes der Sache hat. Nach Ablauf der Vertragslaufzeit steht dem Leasing-Nehmer üblicherweise eine vertraglich eingeräumte Kaufoption der Sache zum Preis des Restwertes zu. Es handelt sich daher beim Finanzierungsleasing nach der Rechtsprechung um einen atypischen Mietvertrag (Ratenzahlung gegen Gebrauchsüberlassung) mit Überwälzung der Sach- und Preisgefahr auf den Leasing-Nehmer in Verbindung mit einer späteren Kaufmöglichkeit zu dem geringeren Restwertkaufpreis.

    Kennzeichen solcher Verträge ist eine feste Grundleasingzeit, innerhalb derer eine Kündigung durch den Leasing-Nehmer ausgeschlossen ist. Hauptkriterien des Finanzierungsleasing nach internationaler Rechnungslegung ist, dass die Vertragsdauer den wesentlichen Teil der Lebensdauer des Vermögensgegenstandes umfasst (nach US-GAAP/IFRS >75 %) oder dass der Großteil des Barwerts des Leasing-Gegenstandes über die Ratenzahlungen finanziert wird (nach US-GAAP/IFRS >90 %).

    Diese Merkmale unterscheiden das Finanzierungsleasing vom Operate-Leasing:

    Feste Grundleasingzeit ohne Kündigungsrecht über einen maßgeblichen Zeitraum der Nutzungsdauer
    Das Investitionsrisiko trägt der Leasing-Nehmer
    Prinzipiell auf alle Güter anwendbar
    Kapitalbeschaffung und Kreditrisiko trägt der Leasing-Geber
    Unterschiedlichste Optionen nach Ablauf der Grundleasingzeit (Kauf, Rückgabe usw., insbesondere, wenn der Übergang zu besonderen Konditionen erfolgt)
    Maßnahmen zur Werterhaltung trägt der Leasing-Nehmer (Wartung, Versicherung)
    Leasing-Gegenstand ist eine Spezialanfertigung für den Leasing-Nehmer und kann nicht von Dritten genutzt werden.
    Vollamortisation
     

    Durch die vielfältigen Möglichkeiten der Vertragsgestaltung ist eine eindeutige Aussage über die Bilanzierung des Leasingobjektes nicht möglich. Nach den Grundsätzen der internationalen Rechnungslegung gilt hier aber häufig das Substance-over-Form-Prinzip. Das heißt, dass immer die Geschäftspraxis gilt. Kann etwa de facto nur der Leasing-Nehmer den Gegenstand nutzen, ist dies als Finance-Lease zu klassifizieren, auch wenn im Vertrag etwas anderes dargestellt wird.

  • Finanzierungsofferte

    In der Finanzierungsofferte erklärt die Bank dem Exporteur und dem ausländischen Besteller ihre grundsätzliche Bereitschaft zur Finanzierung des herangetragenen Ausfuhrgeschäfts. Neben den zugrundeliegenden Daten des Ausfuhrgeschäftes werden die Konditionen und Gestaltungsmöglichkeiten der in Aussicht gestellten Finanzierung dargestellt und die Voraussetzungen für die definitive Bereitschaft der Bank zur Kreditgewährung aufgeführt. Die Finanzierungsofferte ist i.d.R. zur Weiterleitung an den ausländischen Besteller konzipiert.

  • Finanzkredit

    In der langfristigen Exportfinanzierung ist der (liefer-) gebundene Finanzkredit eine der am weitesten verbreiteten Finanzierungsformen. Es handelt sich dabei um ein Darlehen, das von einer inländischen Finanzinstitution - häufig auf Veranlassung des Exporteurs - der Bestellerseite zur Finanzierung eines Ausfuhrgeschäftes eingeräumt wird. Er kommt in Form des sog. "Bestellerkredits" und des sog. "Bank-zu-Bank-Kredites" vor. Die Auszahlung des Finanzkredites erfolgt an den Exporteur und löst damit dessen Kaufpreisforderung an den ausländischen Käufer (Besteller) aus dem Liefer- und/oder Leistungsvertrag ab.

  • Finanzkreditdeckung

    Bei der Finanzkreditdeckung handelt es sich um eine Ausfuhrgewährleistung des Bundes für (liefer-) gebundene Finanzkredite. Gegenstand dieser speziellen Form der Hermes-Deckung ist die im Darlehensvertrag vereinbarte Forderung gegenüber dem ausländischen Schuldner auf Rückzahlung des Darlehens sowie die bis zu den vereinbarten Fälligkeiten anfallenden Zinsen.

  • Finanzkreditrisiken

    Finanzkreditrisiken entstehen, wenn ein inländisches Kreditinstitut auf Antrag des Exporteurs dem ausländischen Importeur einen liefergebundenen Kredit aufgrund des Exportgeschäfts gewährt (sog. Bestellerkredit). Die Finanzkreditdeckung sichert dann dem finanzierenden Kreditinstitut die Rückzahlung nebst Kreditzinsen des dem Importeurs gewährten Kredits.

  • Finanzkrisen

    Finanzkrisen sind größere Verwerfungen im Finanzsystem, die durch plötzlich sinkende Vermögenswerte (z. B. bei Unternehmensbeteiligungen – siehe Börsenkrach) und die Zahlungsunfähigkeit zahlreicher Unternehmen der Finanzwirtschaft und anderer Branchen gekennzeichnet sind und die die ökonomische Aktivität in einem oder mehreren Ländern beeinträchtigen.

  • Finanzwirtschaft

    Die Finanzwirtschaft umfasst in der Betriebswirtschaftslehre als Oberbegriff die Finanzierung (Kapitalbeschaffung), Investition (Kapitalverwendung), den Zahlungsverkehr und das Risikomanagement im Rahmen der Unternehmensfinanzierung. Pendant ist die Produktionswirtschaft. In der Volkswirtschaftslehre ist der Sektor der Finanzwirtschaft das Gegenstück zur Realwirtschaft.

  • Finnvera-Deckung

    Finnvera ist die finnische Exportkreditversicherung. Finnvera ist Mandatar des finnischen Staates, welcher die ECA-Deckungen ausstellt. Der finnische Staat übernimmt die volle Haftung.

  • Fitch Ratings

    Fitch Ratings ist eine Ratingagentur mit Firmensitzen in New York und London. Die Ratingagentur ist weltweit an 51 Standorten präsent; sie beschäftigt 2000 Mitarbeiter. In Deutschland ist sie in Frankfurt am Main als Fitch Deutschland GmbH vertreten.

  • Forderung

    Unter Forderung wird im Allgemeinen eine Aufforderung, ein Befehl, eine Anweisung, die Einforderung eines Rechtes oder das Geltendmachen eines Anspruches verstanden.

  • Forderungsausfallrisiko

    Kreditrisiko, Adressrisiko oder Adressenausfallrisiko ist ein im Kreditwesen verwendeter Begriff, worunter allgemein die Gefahr verstanden wird, dass ein Kreditnehmer die ihm gewährten Kredite nicht oder nicht vollständig vertragsgemäß zurückzahlen kann oder will. Allgemein ist das Kreditrisiko für Kreditinstitute die bedeutendste Risikoart. Außerhalb des Kreditwesens wird synonym vom Debitorenrisiko gesprochen.

  • Forfaiteur

    Der Käufer einer Forderung wird „Forfaiteur“ genannt. Siehe Forfaitierung

  • Forfaitierung

    Unter Forfaitierung (französisch vendre à forfait, „im Paket verkaufen“) versteht man den Ankauf von Forderungen unter Verzicht auf einen Rückgriff gegen den Verkäufer bei Zahlungsausfall des Schuldners (echte Forfaitierung). Bei der unechten Forfaitierung ist dagegen ein Rückgriff möglich. Allerdings haftet der Verkäufer in beiden Fällen für den Rechtsbestand (Verität) der Forderung.

  • Forfaitist

    Der Verkäufer einer Forderung wird „Forfaitist“ genannt. Siehe Forfaitierung

  • Frachtbrief

    Ein Frachtbrief ist ein Beförderungsdokument für den Frachtvertrag nach dem Handelsgesetzbuch (§ 407 HGB), das der die Güter begleitende Frachtführer mit sich führt. Der Frachtbrief weist den Frachtführer als Besitzer des Gutes, die Inhaber der Kopien des Frachtbriefes als Eigentümer und Verfrachter beziehungsweise Empfänger aus. Im Europäischen Güterverkehr gibt es darüber hinaus den CMR-Frachtbrief.

  • Frachtführer

    Der Frachtführer (in Österreich: Frächter) ist als selbständiger Kaufmann ein gewerblicher Unternehmer, der sich auf Grund eines Beförderungsvertrages verpflichtet, einen Transport auf der Schiene, der Straße, zur See, in der Luft, auf Binnenwasserstraßen oder einer Kombination dieser Verkehrsträger durchzuführen.

  • Frachtvertrag

    Ein Frachtvertrag (in Rechtsprechung und Praxis synonym auch Beförderungsvertrag genannt) ist ein spezieller Beförderungsvertrag über den Transport von Waren oder Gütern.

  • Front-End Fee

    Die Front-End Fee oder Upfront-Fee bezeichnet eine nach Darlehensvertragsabschluß vom Darlehensnehmer einmalig zu zahlende Gebühr, mit der sich die kreditgebende Bank i.d.R ihren Bearbeitungsaufwand abgelten läßt. Je nach Situation kann die Front-End Fee / Upfront-Fee auch als ein Entgelt für das Eingehen bestimmter Kreditrisiken betrachtet werden.

  • Fälligkeit

    Unter dem Rechtsbegriff Fälligkeit versteht man den Eintritt des Leistungstermins und die damit verbundene sofortige Leistungspflicht des Schuldners.

  • Garantie

    Eine Garantie (v. frz.: garantie, v. altfränk. weren gewährleisten, sicherstellen) ist eine Zusicherung eines bestimmten Handelns in einem bestimmten Fall.

  • Garantiegeschäft

    Ein Garantiegeschäft bezeichnet die Übernahme von Bürgschaften, Garantien und sonstigen Gewährleistungen für andere.

  • Gefahrübergang

    Gefahrübergang ist ein zivilrechtlicher Ausdruck, der im Schuldrecht den Zeitpunkt beschreibt, zu dem das Risiko der Verschlechterung oder des Verlusts der geschuldeten Sache vom Schuldner auf den Gläubiger übergeht. Der Gefahrübergang ist im täglichen Leben vor allem im Kaufrecht von großer Bedeutung.

  • Geldwäsche

    Geldwäsche (englisch money laundering) bezeichnet das Verfahren zur Einschleusung illegal erwirtschafteten Geldes bzw. von illegal erworbenen Vermögenswerten in den legalen Finanz- und Wirtschaftskreislauf. Da das zu „waschende“ Geld aus illegalen Tätigkeiten wie Korruption, Bestechung, Raub, Erpressung, Drogenhandel, Waffenhandel oder Steuerhinterziehung stammt, soll dessen Herkunft verschleiert werden.

    Geldwäsche ist ein Straftatbestand sowohl nach deutschem Strafrecht als auch dem anderer Länder. Die Bekämpfung der oft sehr lukrativen Geldwäsche wird als wichtiges Element im Kampf gegen die organisierte Kriminalität auch in Verbindung mit Terrorismusfinanzierung betrachtet. In aktuellen Wirtschaftswachstumsmodellen gilt Geldwäsche als einer der langfristigen und nachhaltigen Wachstumsverhinderer.

  • Genossenschaftsbanken

    Genossenschaftsbanken sind Kreditinstitute, die in der Rechtsform einer Genossenschaft oder Aktiengesellschaft geführt werden und einer genossenschaftlichen Bankengruppe angehören. International arbeiten sie in der Internationalen Volksbankenvereinigung (CIBP) in Brüssel zusammen.

  • Geschäftsbesorgungsvertrag

    Ein Geschäftsbesorgungsvertrag ist ein Dienst- oder Werkvertrag (§ 611 und § 631 BGB), durch den sich der Leistungsschuldner zur entgeltlichen Besorgung eines ihm vom Leistungsgläubiger übertragenen Geschäfts verpflichtet (§ 675 Abs. 1 BGB). Man spricht auch von einem entgeltlichen Treuhandgeschäft.

    Es handelt sich dabei um eine selbstständige wirtschaftliche Tätigkeit im Interesse eines Anderen innerhalb einer fremden wirtschaftlichen Interessensphäre. Es handelt sich wie bei einem Auftrag um eine mittelbare ""Stellvertretung"" (keine Stellvertretung i.S.d. §§ 164 ff. BGB). Der ""Stellvertreter"" handelt hier im Gegensatz zur ""normalen"" Stellvertretung im eigenen Namen, wird selbst berechtigt und verpflichtet und erwirbt selbst Eigentum bei Verfügungsgeschäften. Der ""Vertretene"" hat lediglich schuldrechtliche Ansprüche aus der Geschäftsbesorgung; der ""Vertreter"" hat entsprechende Ansprüche auf Aufwendungsersatz.

  • Geschäftsverbindung

    Geschäftsbeziehung (oder Geschäftsverbindung; englisch business relation) ist eine langfristig angelegte, an ökonomischen Zielen ausgerichtete Interaktion zwischen Unternehmen, Organisationen oder Verbrauchern, aus der eine Vielzahl von Geschäften hervorgeht.

  • GIEK-Deckung

    GIEK ist die staatliche norwegische Exportkreditversicherung. GIEK untersteht dem Handels- und Industrieministerium und gewährt Deckungen im Namen des norweg. Staates.

  • Gläubiger

    Der Rechtsbegriff des Gläubigers ist eine Lehnübersetzung des italienischen creditore, das auf credere, "glauben", zurückgeht. Ein Gläubiger glaubt demnach seinem Schuldner, dass dieser die Schuld (geschuldete Leistung) erbringen wird.

    Im Schuldrecht wird als Gläubiger bezeichnet, wer von einem anderen, dem Schuldner, eine Leistung fordern kann (§ 241 Abs. 1 Satz 1 BGB). Die Rechtsbeziehung zwischen Gläubiger und Schuldner wird als Schuldverhältnis bezeichnet. Die Gesamtheit derjenigen, die Forderungen gegenüber dem Schuldner haben, wird als Gruppe der Gläubiger bezeichnet. Zur Durchsetzung machen diese einen Anspruch geltend.

  • GoFinex

    GoFinex ist das erste Online-Portal Deutschlands für exportorientierte Unternehmen. Es richtet sich speziell an den deutschen Mittelstand und die Exportindustrie. Mit dem Gofinex-Infoportal erhalten die Unternehmen Informationen rund um die Außenhandelsfinanzierung. Über das GoFinex-Ausschreibungsportal wird den Exporteuren eine passende Außenhandelsfinanzierung vermittelt. Zunächst werden Dokumentenakkreditive und Bestellerkredite vermittelt. Das Vermittlungsangebot soll schnell ausgeweitet werden.

  • Großunternehmen

    Großunternehmen (auch Großbetrieb) ist die Bezeichnung für Unternehmen, die bestimmte Betriebsgrößen hinsichtlich Beschäftigtenzahl, Umsatzerlöse oder Bilanzsumme überschreiten. Kleinere Unternehmen bezeichnet man als Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU/KMB). Umgangssprachlich werden Großunternehmen zuweilen auch als Konzern bezeichnet.

  • Handelsembargo

    Ein Embargo (von spanisch embargo ""Beschlagnahme"", ""Pfändung"") ist in der internationalen Wirtschaft und Politik der Eingriff von Staatsorganen in den Export und Import von Waren, Rohstoffen und auch Dienstleistungen in ein bzw. aus einem bestimmten Land. Oft sind nur bestimmte Produkte oder Dienstleistungen von einem Embargo betroffen, etwa bei einem Waffenembargo oder Finanzembargo.

    Ein Embargo wird von Ländergruppen gegen ein bestimmtes Land ausgesprochen, um dieses beispielsweise von Import und Export abzuschneiden. Oft bekommt dieses Land wirtschaftliche Probleme; diese können innenpolitische Auswirkungen haben. Der UN-Sicherheitsrat verwendet Embargos oder andere Sanktionen bei bestimmten Rahmenbedingungen als Druckmittel gegen Länder, die gegen Völkerrechte verstoßen.

  • Handelsgeschäft

    Unter einem Handelsgeschäft versteht man im Handelsrecht Deutschlands eine Rechtshandlung eines Kaufmanns oder einer Handelsgesellschaft, das zu seinem Handelsgewerbe gehört.

  • Handelskredit

    Lieferantenkredit (oder Warenkredit, Handelskredit) ist ein Kredit, den ein Lieferant (Kreditor) seinen Kunden (Debitoren) durch Gewährung eines Zahlungsziels für die Begleichung seiner Rechnung einräumt. Dieser Kredit stellt eine Form der Finanzierung des Warenumschlags dar. Für die vorfristige Zahlung innerhalb einer Skontofrist wird als Preisnachlass ein Skonto gewährt. Gegensatz ist der Kundenkredit.

  • Handelsrechnung

    Die Handelsrechnung dient der Rechnungsstellung, als Unterlage für die zollamtliche Behandlung im Einfuhrland, sowie der Überprüfung der Vertragsabwicklung und als Beweismittel bei Kaufvertragsstörungen. Sie beschreibt durch folgende Informationen die Ware näher:

    Namen und Anschriften der Vertragspartner
    Warenbezeichnung
    Menge und Preis der Ware
    die statistische Warennummer aus der Kombinierten Nomenklatur
    vereinbarte Liefer- und Zahlungsbedingungen.

    In manchen Fällen ist es notwendig, die Handelsrechnung auf einem Vordruck vom Konsulat des Importlandes zu verfassen und sie durch das Konsulat bestätigen zu lassen. Man spricht dann von einer Konsulatsfaktura.

  • Hausbank

    Als Hausbank (englisch principal bank) bezeichnet man das Kreditinstitut, mit dem ein Bankkunde dauerhaft den größten Teil seiner finanziellen Transaktionen abwickelt. Eine enge Kundenbindung an eine bestimmte Hausbank weisen in der Regel kleine und mittlere Unternehmen und natürliche Personen auf. Großunternehmen wie diejenigen, die dem DAX angehören, nutzen das „klassische“ Hausbank-Konzept nur noch im Bereich des Cash Managements sowie beim Zahlungsverkehr.

  • Hedgegeschäft

    Ein Hedgegeschäft oder Sicherungsgeschäft (auch Absicherung oder Kurssicherung, kurz auch Hedging) bezeichnet ein Finanzgeschäft zur Absicherung einer Transaktion gegen Finanzrisiken wie Preis- oder Wechselkurs-Schwankungen. Wer eine Transaktion absichern möchte (auch Hedger genannt), geht zu diesem Zweck eine weitere Transaktion ein, die mit der zugrunde liegenden Transaktion gekoppelt ist. Dies findet gewöhnlich in der Form eines Termingeschäfts statt. Ein perfekter Hedge als theoretisches Konstrukt würde jegliches systematische Risiko eliminieren.

  • Hermes-Deckung

    Hermes-Deckung ist die umgangssprachliche Bezeichnung für die Exportkreditversicherung des Bundes zugunsten deutscher Exporteure und Kreditinstitute.

    Die staatliche Exportkreditversicherung ist ein bedeutender Bestandteil der deutschen Außenwirtschaftsförderung.Sie schützt deutsche Unternehmen vor Verlusten durch ausbleibende Zahlungen ihrer ausländischen Geschäftspartner: Zahlt der ausländische Abnehmer nicht, springt der deutsche Staat ein. Für die Absicherung eines Exportkredits werden Entgelte (sog. "Hermes-Entgelte") erhoben. Die wichtigsten Ausfuhrgewährleistungen sind die Fabrikationsdeckung, die Ausfuhrdeckung und die Finanzkreditdeckung.

    1949 beauftragte die Bundesregierung die heutige Euler Hermes AG und die PricewaterhouseCoopers GmbH mandatarisch mit dem Management der Exportkreditgarantien. Da Euler Hermes in dieser Partnerschaft federführend ist, hat sich in der Wirtschaft der Begriff „Hermes-Deckung“ etabliert.

  • Hermes-Entgelt

    siehe Hermes-Gebühr

  • Hermes-Gebühr

    Folgende Faktoren haben u.a. Einfluß auf die Hermes-Gebühr bzw. die Prämie: Art der Deckung, Länderkategorie, Käuferkategorie, Währung, Vorlaufzeit, Kreditlaufzeit, Auszahlungs- und Tilgungsprofil. Die Entgeltbestandteile umfassen (i) die Antragsgebühr, (ii) die Ausfertigungsgebühr und (iii) die eigentliche Deckungsprämie.

  • Höchstkreditlaufzeiten

    Für die Laufzeit von Hermes-gedeckten Krediten sind die im OECD-Konsensus vereinbarten Höchstkreditlaufzeiten maßgebend. In der Regel ist eine Kreditlaufzeit von 5 Jahren, gerechnet ab dem jeweiligen Starting Point, vorgesehen.

  • Höhere Gewalt

    Höhere Gewalt (von lat. vis maior) liegt nach deutscher Rechtsprechung vor, wenn das schadenverursachende Ereignis von außen einwirkt, also seinen Grund nicht in der Natur der gefährdeten Sache hat (objektive Voraussetzung) und das Ereignis auch durch die äußerst zumutbare Sorgfalt weder abgewendet noch unschädlich gemacht werden kann (subjektive Voraussetzung).
    Allerdings muss beachtet werden, dass der französische und der englische Begriff mit der deutschen höheren Gewalt nicht deckungsgleich sind. Die französisch-rechtliche force majeure ist im engeren Sinne auf Natureignisse beschränkt, aber im weiteren Sinne gleichbedeutend mit dem deutschen Begriff; für vom Menschen verursachte Ereignisse kennt die französische Rechtstradition den Fachbegriff cas fortait. Der englisch-rechtliche act of God (wörtlich „Gottestat“) ist ein Unterfall der höheren Gewalt, während der aus dem Französischen neu entlehnte Fachbegriff force majeure mehr dem deutschen entspricht.

  • IFC

    Die Internationale Finanz-Corporation (engl. International Finance Corporation - IFC) mit Sitz in Washington, D.C. ist eine internationale Entwicklungsbank, die sich als Teil der Weltbankgruppe auf die Förderung privater Unternehmen spezialisiert hat.

  • Incoterms

    Incoterms (englisch International Commercial Terms; deutsch ‚Internationale Handelsklauseln‘) sind eine Reihe freiwilliger Klauseln zur Auslegung handelsüblicher Vertragsformeln im internationalen Warenhandel.

  • Inkasso

    Als Inkasso [ˌɪnˈkaso] (von italienisch incasso mit gleicher Bedeutung, als Deverbativ von italienisch incassare „einkassieren“ oder „Geld einziehen“), österreichisch ausschließlich Plural Inkassi, wird der Einzug von fremden Geldforderungen im eigenen oder fremdem Namen bezeichnet.

  • Insolvenz

    Eine Insolvenz (lateinisch insolventia‚ zu solvere ‚zahlen‘), bezeichnet die Situation eines Schuldners, seine Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Gläubiger nicht erfüllen zu können. Die Insolvenz ist gekennzeichnet durch akute Zahlungsunfähigkeit („Illiquidität“ oder mangelnde Liquidität) oder drohende Zahlungsunfähigkeit, die aus Überschuldung abgeleitet werden kann. Die Zahlungsunfähigkeit kann faktisch festgestellt werden, wohingegen die Überschuldung als Ergebnis ökonomischer Einschätzungen (ggf. unter Einhaltung buchhalterischer Vorschriften) nicht immer eindeutig ist.

  • Insolvenzrisiko

    Das Insolvenzrisiko bezeichnet die Gefahr einer möglichen Zahlungsunfähigkeit („Illiquidität“ oder mangelnde Liquidität) einer Privatperson oder eines Unternehmens.

  • Institutionelle Anleger

    Ein institutioneller Anleger oder institutioneller Investor ist ein Anleger, dessen Kapitalanlagen so hoch sind und/oder so häufig vorkommen, dass dafür ein in kaufmännischer Weise eingerichteter Geschäftsbetrieb erforderlich ist. Gegensatz ist der Privatanleger.

  • Internationale Handelskammer (ICC)

    Die Internationale Handelskammer (engl.: International Chamber of Commerce, franz.: Chambre de commerce internationale; kurz ICC) ist eine internationale nichtstaatliche Organisation mit Sitz in Paris. Ihre Aufgabe ist die Unterstützung und Förderung des weltweiten Handels und der Globalisierung.

  • Investitionsgarantien

    siehe DIA-Deckung

  • Investitionsgut

    Unter einem Investitionsgut oder Kapitalgut (englisch capital good) versteht man in den Wirtschaftswissenschaften im weitesten Sinne Güter oder Dienstleistungen, die zur Produktion oder Weiterverarbeitung von Gütern dienen.[1] Diese Begriffe stehen im Allgemeinen den Konsumgütern gegenüber.

  • Kaufvertrag

    Als Kaufvertrag bezeichnet man in den Rechtswissenschaften einen schuldrechtlichen Vertrag mit dem Ziel des Eigentumswechsels an einer Sache oder des Inhaberwechsels an einem Recht, wobei der Wechsel entgeltlich erfolgt, also eine Gegenleistung, regelmäßig (Anm.: bedeutet normalerweise) in Form einer Geldzahlung, erfordert. Die Vertragsparteien werden als Verkäufer und Käufer bezeichnet.

  • KfW

    Die KfW oder Kreditanstalt für Wiederaufbau ist die weltweit größte nationale Förderbank sowie nach Bilanzsumme die drittgrößte Bank Deutschlands. Ihre Gründung erfolgte im Jahr 1948 auf der Grundlage des Gesetzes über die Kreditanstalt für Wiederaufbau als Anstalt des öffentlichen Rechts. Die KfW und ihre Töchter DEG, KfW IPEX-Bank und FuB bilden die KfW Bankengruppe.

  • Kleine und mittlere Unternehmen

    Kleine und mittlere Unternehmen (kurz KMU), in Belgien und Österreich Klein- und Mittelbetriebe (KMB), ist die Sammelbezeichnung für Unternehmen, die definierte Grenzen hinsichtlich Beschäftigtenzahl, Umsatzerlös oder Bilanzsumme nicht überschreiten. Die Einordnung erfolgt in der Regel unabhängig von der gewählten Rechtsform oder der Eigentümerstruktur. Unternehmen, die die Grenzen überschreiten, werden Großunternehmen genannt.

  • Klumpenrisiko

    Mit Klumpenrisiken bezeichnet man im Bankwesen die kumulative Häufung von Ausfallrisiken in einem Kreditportfolio mit ähnlich hohen oder identisch hohen Korrelationswerten bei Kreditnehmern, Fremdwährungen, Ratingklassen, Branchen oder Regionen, wodurch die Risikotragfähigkeit eines Kreditinstituts erreicht oder überschritten werden kann.

  • KMU

    Kleine und mittlere Unternehmen (kurz KMU), in Belgien und Österreich Klein- und Mittelbetriebe (KMB), ist die Sammelbezeichnung für Unternehmen, die definierte Grenzen hinsichtlich Beschäftigtenzahl, Umsatzerlös oder Bilanzsumme nicht überschreiten. Die Einordnung erfolgt in der Regel unabhängig von der gewählten Rechtsform oder der Eigentümerstruktur. Unternehmen, die die Grenzen überschreiten, werden Großunternehmen genannt.

  • Know your customer (KYC)

    Als Know your customer (KYC; deutsch: kenne deinen Kunden) wird eine insbesondere für Kreditinstitute und Versicherungen vorgeschriebene Legitimationsprüfung von bestimmten Neukunden zur Verhinderung von Geldwäsche bezeichnet

  • Komplementärfinanzierung

    Von einer Komplementärfinanzierung wird gesprochen, wenn zusätzlich zu einem Hermes-gedeckten Kredit auch die im Ausfuhrvertrag vereinbarte An- und/oder Zwischenzahlung durch einen ungedeckten Kredit finanziert wird (100%-Finanzierung).

  • Konnossement

    Das Konnossement (engl.: Bill of lading (B/L)) ist ein Schiffsfrachtbrief und Warenwertpapier. Die Einzelheiten ergeben sich insbesondere aus dem Internationalen Abkommen zur Vereinheitlichung von Regeln über Konnossemente von 1924.

  • Konvertierungsrisiko

    Das Konvertierungsrisiko ist ein spezifisches Länderrisiko. Fällige Forderungsbeträge können wegen Devisenmangels nur in Landeswährung des Importeurs beglichen werden.

  • Korrespondenzbank

    Korrespondenzbank ist im Bankwesen die Bezeichnung für ein Kreditinstitut mit Sitz im Ausland, zu dem ein inländisches Kreditinstitut eine Geschäftsverbindung unterhält, um hierüber Auslandsüberweisungen oder sonstige Auslandsgeschäfte abzuwickeln.

  • Kredit

    Unter Kredit (abgeleitet vom lateinischen credere „glauben“ und creditum „das auf Treu und Glauben Anvertraute“; engl. credit oder loan = Leihe) versteht man allgemein die Übereignung von Bargeld (Banknoten, Münzen), Buchgeld oder vertretbaren Sachen vom Kreditgeber zwecks befristeter Gebrauchsüberlassung durch den Kreditnehmer, der sich zu einer zukünftigen Rückzahlung und häufig auch zu einer Gegenleistung in Form von Zinsen verpflichtet.

  • Kreditart

    Die Kreditart entscheidet über Verfügbarkeit, Verwendungszweck und Rückzahlungsform des Kredits. Bedeutende Kreditarten sind Kontokorrentkredit, Dispositionskredit, mittel- und langfristige Darlehen (Konsum-, Investitions- oder Immobilienfinanzierung) oder die Übernahme von Bürgschaften/Garantien (so genannter Avalkredit).

  • Kreditbetrag

    Der Kreditbetrag wird nebst Währungsangabe besonders erwähnt und bildet die vertraglich genau festgelegte Obergrenze der Kreditgewährung (Kreditlinie). Auch Fremdwährungskredite sind möglich.

  • Kreditbrief

    Der Kreditbrief (englisch Commercial letter of credit, CLC oder englisch letter of credit, L/C) ist die Anweisung an eines oder mehrere Kreditinstitute, dem in der Urkunde genannten Zahlungsempfänger eine bestimmte Geldsumme als Barauszahlung zur Verfügung zu stellen.

  • Kreditgeber

    Der Kreditgeber ist eine natürliche oder juristische Person, die einen Kredit an den Kreditnehmer gewährt. Im Gesetz wird von Darlehensgeber gesprochen (§§ 491 ff. BGB), weitere Bezeichnung ist Gläubiger.

  • Kreditinstitut

    Ein Kreditinstitut oder Geldinstitut (englisch credit institution) ist ein Unternehmen, das Bankgeschäfte gewerbsmäßig oder in einem Umfang betreibt, der einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert. In Deutschland ist dies die Legaldefinition in § 1 Kreditwesengesetz (KWG), so dass das alleinige Betreiben von Bankgeschäften genügt. Die Gesamtheit aller Kreditinstitute sowie die gesetzlichen oder sonstigen Regelungen werden unter dem Begriff Bankensystem, auch Bank- oder Kreditwesen, zusammengefasst.

  • Kreditlaufzeit

    Kreditlaufzeit oder einfach Laufzeit ist die Zeitspanne zwischen Begründung der Kreditschuld und ihrer Fälligkeit. Kredite werden banküblich befristet, wobei die Laufzeit mit den Tilgungs- und Liquiditätsmöglichkeiten des Kreditnehmers in Einklang stehen muss. Die Tilgungen, unterschieden nach Raten- oder Annuitätentilgung, werden mit ihrer Höhe, Fälligkeit und Zahlungsform angegeben. Am Ende der vereinbarten Kreditlaufzeit ist der Kredit nebst aller übrigen Nebenleistungen zur Rückzahlung fällig, ohne dass es einer besonderen Aufforderung durch den Kreditgeber bedarf.

  • Kreditlinien

    Als Kreditlinie (oder Kreditrahmen, Kreditfazilität) wird im Bankwesen die betragsmäßige Obergrenze bezeichnet, bis zu der ein Kreditnehmer eine bestimmte Kreditart in Anspruch nehmen darf.

  • Kreditnehmer

    Kreditnehmer sind natürliche oder juristische Personen (des privaten oder öffentlichen Rechts), die Kredite bei Kreditinstituten oder anderen Kreditgebern aufnehmen und sich dabei vertraglich zur Kreditrückzahlung gegen Kreditzins verpflichten.

  • Kreditnehmereinheit

    Kreditnehmereinheit (KN-Einheit) ist ein Begriff aus dem Kreditwesen, mit dem die gesetzlich vorgeschriebene Zusammenfassung von eigentlich rechtlich und/oder wirtschaftlich voneinander unabhängigen Kreditnehmern bei einem Kreditinstitut zu einem einzigen, hypothetischen Kreditnehmer für Zwecke des Millionenkreditwesens nach § 14 KWG beschrieben wird.

  • Kreditor

    Ein Kreditor (lateinisch credere „glauben, anvertrauen“) ist im deutschen Rechnungswesen der Gläubiger von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Man nennt ihn Kreditor, weil er als Lieferant oder Dienstleister die Risiken eines Kreditgebers übernimmt. Komplementärbegriff ist der Debitor.

  • Kreditrisiko

    Kreditrisiko, Adressrisiko oder Adressenausfallrisiko ist ein im Kreditwesen verwendeter Begriff, worunter allgemein die Gefahr verstanden wird, dass ein Kreditnehmer die ihm gewährten Kredite nicht oder nicht vollständig vertragsgemäß zurückzahlen kann oder will. Allgemein ist das Kreditrisiko für Kreditinstitute die bedeutendste Risikoart. Außerhalb des Kreditwesens wird synonym vom Debitorenrisiko gesprochen.

  • Kreditsicherung

    Kreditsicherung (auch Kreditsicherheit) bezweckt die Absicherung eines Kreditrisikos durch Sachen, Rechte oder durch die Bonität von anderen Unternehmen oder Personen. Durch Kreditsicherheiten beabsichtigt der Gläubiger einer Forderung, dass diese insolvenzsicher wird für den Fall, dass der Schuldner selbst die Tilgung und/oder Zinsen ganz oder teilweise nicht mehr erbringen kann. Das Gegenteil sind Blankokredite.

  • Kreditversicherung

    Unter einer Kreditversicherung wird die Versicherung des Lieferantenkredits verstanden. Sie umfasst jedoch nicht Kredite wie Immobilienfinanzierungen oder Bankkredite. Diese werden gemeinhin als Restschuldversicherung oder Kreditausfallversicherung bezeichnet.

    Es gibt verschiedene Arten von Kreditversicherungen. Die bekannteste ist die Warenkreditversicherung, die eine Kreditversicherung im engeren Sinne darstellt, da der Versicherungsnehmer auch der Begünstigte im Schadensfall ist. Kreditversicherungen im weiteren Sinne sind die Vertrauensschadenversicherung und die Kautionsversicherung.

    Bei der Warenkreditversicherung (Synonym: Delkredere-Versicherung oder Forderungsausfallversicherung) ist der Ausfall von Forderungen bei Warenlieferungen oder Dienstleistungen Gegenstand des Versicherungsschutzes, weshalb sich in den letzten Jahren immer mehr der Begriff Forderungsausfallversicherung etabliert hat. Hier sichert sich der Kreditgeber ab.

  • Kreditvertrag

    Kreditvertrag oder Darlehensvertrag (englisch loan agreement) ist insbesondere im Kreditwesen ein Vertrag zwischen Kreditinstitut und Kreditnehmer über die Gewährung eines bestimmten Kredits.

  • Kreditvertragsbestandteile

    Neben der Auszahlungsverpflichtung des Kreditgebers und der Rückzahlungspflicht des Kreditnehmers als Hauptpflichten beinhaltet der Kreditvertrag eine Vielzahl weiterer Vertragsbestandteile, Abreden und Klarstellungen, die zumeist durch den Kreditnehmer zu erfüllen oder zu beachten sind.

  • Kreditwesengesetz (KWG)

    Kreditwesengesetz (KWG) ist ein Gesetz in Deutschland, dessen Gesetzeszweck in der Marktregulierung und Marktordnung des Kreditwesens besteht. Das KWG gilt für Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (vgl. § 1 Abs. 1 S. 1, Abs. 1a S. 1, Abs. 1b). Hauptzwecke des KWG sind:

    (i) die Sicherung und Erhaltung der Funktionsfähigkeit der Kreditwirtschaft
    (ii) der Schutz der Gläubiger von Kreditinstituten vor Verlust ihrer Einlagen.

  • Kreditwürdigkeit

    Bonität (von lateinisch bona, „Vermögen“, hieraus lateinisch bonitas „Vortrefflichkeit“) oder Kreditwürdigkeit ist in der Finanzwirtschaft die Fähigkeit eines Wirtschaftssubjekts (natürliche Personen, Unternehmen oder Staaten mit ihren Untergliederungen), die aufgenommenen Schulden zurückzahlen zu können (wirtschaftliche Bonität) und der Wille, diese zurückzuzahlen (Zahlungswilligkeit). Bei Emittenten von Wertpapieren wird unter Bonität die Fähigkeit verstanden, die Emission nebst Zinsen zu bedienen und zu tilgen. Daraus ableitbar ist die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Kreditnehmer in der Lage und willens sein wird, die erforderlichen Rückzahlungen zu leisten.

  • Kreditzinsen

    Die anfallenden Kreditzinsen und im Zusammenhang mit der Kreditgewährung anfallende Gebühren werden zusammen mit ihrer Fälligkeit und Zahlungsform angegeben.

  • Kriegswaffenkontrollgesetz

    Ausführungsgesetz zu Artikel 26 Abs. 2 des Grundgesetzes (Gesetz über die Kontrolle von Kriegswaffen) regelt die Herstellung, die Überlassung, das Inverkehrbringen, den Erwerb und auch den Transport von Gegenständen, Stoffen und Organismen, die zur Kriegsführung bestimmt sind. Die Genehmigungsbehörde ist hierbei vor allem das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Daneben kontrolliert auch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die Ein- und Ausfuhr von Kriegswaffen, beispielsweise durch regelmäßige Einsicht in die Kriegswaffenbücher.

    Für den Export benötigt man eine Ausfuhrgenehmigung. Handlungen, die ohne die erforderliche Genehmigung vorgenommen werden, stehen unter Strafe. Diese Strafen fallen deutlich gravierender aus als die des Außenwirtschaftsgesetzes und beinhalten Freiheitsstrafen (bis 5 Jahre).

    Von den Bestimmungen sind alle Vorrichtungen, Teile, Geräte, Einrichtungen, Substanzen und Organismen ausgenommen, die zivilen Zwecken oder der wissenschaftlichen, medizinischen oder industriellen Forschung auf dem Gebiet der reinen und angewandten Wissenschaft dienen.

  • KT-Risiko

    Das "KT-Risiko" bezeichnet das gleichzeitige Auftreten eines Konvertierungs- und Transferrisikos.

  • KTZM-Risiko

    Das "KTZM-Risiko" Es ist eine alternative Bezeichnung für Länderrisiken (Konvertierungs-, Transfer- und Zahlungsrisiko sowie Moratorium).

  • KUKE

    KUKE ist die polnische Exportkreditversicherung.

  • KWG

    siehe Kreditwesengesetz

  • KYC

    siehe Know your customer

  • Ladeschein

    Ein Ladeschein ist ein in der Binnenschifffahrt verwendetes Wertpapier, in welchem sich der Frachtführer verpflichtet, das Frachtgut an denjenigen herauszugeben, der ihm den Ladeschein vorlegt (also an denjenigen, der den Ladeschein im Besitz hat).

  • Lagervertrag

    Der Lagervertrag ist im deutschen Recht in den § 467 bis § 475h HGB geregelt. Es handelt sich um ein spezialgesetzlich geregeltes unternehmerisches Verwahrgeschäft. Er ist abzugrenzen vom Mietvertrag (§ 535 ff. BGB), von der Verwahrung (§ 688 ff. BGB) und von der transportbedingten Zwischenlagerung.

  • Länderrisiko

    Das Länderrisiko (englisch country risk) bezeichnet in der Außenwirtschaft die speziellen Verlustrisiken, denen ein Gläubiger oder Unternehmer ausgesetzt ist, etwa aus dem Export/Import, Investitionen oder aus Finanzprodukten von Kreditinstituten, welche die Durchsetzung von Forderungen gegenüber ausländischen Vertragspartnern bzw. den Kapitaleinsatz und erwartete Gewinne bedrohen. Krisensituationen können ein Land zwingen, vereinbarte Zins- und Tilgungsleistungen des Staates selbst oder dort ansässiger Schuldner ganz oder teilweise ausfallen zu lassen. Dies schließt die mangelnde Erfüllung von Verpflichtungen aus Wertpapieren aller Art oder Derivaten ein.

  • Leasing

    Leasing (von englisch to lease ‚mieten‘, ‚pachten‘) ist im zivilrechtlichen Sinn ein Nutzungsüberlassungsvertrag oder ein atypischer Mietvertrag. Der Begriff hat in der öffentlichen Kommunikation jedoch überwiegend eine umfassendere Bedeutung als Finanzierungsalternative, bei der das Leasingobjekt vom Leasinggeber beschafft und finanziert wird und dem Leasingnehmer gegen Zahlung eines vereinbarten Leasingentgelts zur Nutzung überlassen wird. Eine einheitliche Definition des Begriffs Leasing gibt es jedoch weder in der Wirtschaftspraxis noch in der Literatur.

  • Legal Opinion

    In einer "Legal Opinion" (Rechtsgutachten) wird von Juristen nachgewiesen, daß ein Darlehensvertrag ordnungsgemäß zustandegekommen ist und rechtsverbindliche und gegenüber dem Darlehensnehmer durchsetzbare Verpflichtungen des Darlehensnehmers begründet sind. Die Aussagen des Gutachtens sind durch entsprechende Dokumente (z.B.Aufsichtsratsbeschluß zur Genehmigung der Kreditaufnahme, Auszüge aus Gesetzen, Satzung des Darlehensnehmers, etc.) zu belegen. Die Rechtswirksamkeit eventueller Sicherheiten (z.B. Zahlungsgarantien, dingliche Sicherheiten) ist ebenfalls durch eine Legal Opinion zu bestätigen. Die Vorlage ordnungsgemäßer Rechtsgutachten / Legal opinions ist eine Voraussetzung für die Auszahlung eines Darlehens.

  • Letter of Credit

    Das Akkreditiv (englisch Commercial letter of credit CLC oder englisch Letter of credit L/C) ist im Außenhandel ein Geschäftsbesorgungsvertrag mit der Verpflichtung eines Kreditinstituts, nach Weisungen des Auftraggebers bei Vorlage bestimmter Dokumente innerhalb eines bestimmten Zeitraumes Zahlung an einen bestimmten Zahlungsempfänger zu leisten.

  • LIBOR

    London Interbank Offered Rate („Londoner Interbanken-Angebotszins“; Abkürzung: Libor oder LIBOR) ist ein in London an allen Bankarbeitstagen unter bestimmten Bedingungen ermittelter Referenzzinssatz, der unter anderem als Grundlage für die Berechnung des Kreditzinses herangezogen wird.

  • Lieferant

    Ein Lieferant versorgt einen Abnehmer mit Waren oder Dienstleistungen. Der Ausdruck ist mit dem französischen livrer verwandt und stammt aus dem 16. Jahrhundert. In der Buchhaltung ist der Lieferant ein Kreditor, dem Zahlungen geschuldet werden, während einem die eigenen Kunden als Debitoren Zahlungen zu leisten haben.

  • Lieferantenkredit

    Lieferantenkredit (oder Warenkredit, Handelskredit) ist ein Kredit, den ein Lieferant (Kreditor) seinen Kunden (Debitoren) durch Gewährung eines Zahlungsziels für die Begleichung seiner Rechnung einräumt. Dieser Kredit stellt eine Form der Finanzierung des Warenumschlags dar. Für die vorfristige Zahlung innerhalb einer Skontofrist wird als Preisnachlass ein Skonto gewährt. Gegensatz ist der Kundenkredit.

  • Liefergebundener Finanzkredit

    siehe Finanzkredit

  • Liquidität

    Der Begriff Liquidität (von lateinisch liquidus, „flüssig“) bezeichnet in seiner allgemeinen Bedeutung die Fähigkeit, im Markt ein Wirtschaftsgut schnell gegen ein anderes zu tauschen. Mit Ausnahme des Tauschmarktes ist mindestens eines der beiden Wirtschaftsgüter ein geldwertes Zahlungsmittel. Liquidität bezeichnet deshalb auch die Verfügbarkeit über genügend Zahlungsmittel. Neben dieser Verfügbarkeit muss aber auch ein Tauschpartner gefunden werden, welcher die gewünschte Transaktion gegen Geld abwickelt.

  • Lokale Kosten

    Bei den "lokalen Kosten" bzw. "örtlichen Kosten" handelt es sich um Aufwendungen für Lieferungen und Leistungen aus dem Bestellerland, die für die Realisierung des im Ausfuhrvertrag vereinbarten Vorhabens erforderlich sind. Gemäß OECD-Konsensus können lokale Kosten nur bis zur Höhe der An- und Zwischenzahlungen zu Kreditbedingungen von Hermes in Deckung genommen werden.

  • Lokalwährungsfinanzierung

    Lokalwährungsfinanzierungen werden vor allem dann nachgefragt, wenn der Importeur seine Einnahmen überwiegend in seiner Landeswährung (lokalen Währung) erzielt. Die Rückführung von Exportkrediten wird für ausländische Schudner damit berechenbarer, weil keine Schwankungen des Wechselkurses mehr berücksichtigt werden müssen. Das währungsbedingte Ausfallrisiko sinkt.

    Allerdings wird damit das Währungsrisiko auf den Kreditgeber verlagert. Wenn die finanzierende Bank den Kredit nicht aus Mitteln einer eigenen Filiale vor Ort zur Verfügung stellen kann, müssen Finanzinstrumente zur Absicherung von Kursrisiken genutzt werden.

  • Loss Given Default

    Die Ausfallverlustquote, auch englisch als Loss Given Default (Abkürzung LGD) bezeichnet, ist im Bankwesen ein bankenaufsichts­rechtlicher Risikoparameter zur Messung der Kreditrisiken.

  • Luftfrachtbrief

    Unter einem Luftfrachtbrief (engl. Air Waybill, AWB) versteht man eine Urkunde, die zur Bestätigung der Menge, des äußeren Erscheinungsbildes und teilweise des Inhalts der übernommenen Luftfracht dient (Details sind abhängig von den konkreten vertraglichen Vereinbarungen oder den zugrunde liegenden gesetzlichen Bestimmungen: national BRD nach §§ 407 ff. Handelsgesetzbuch (HGB); international: Montrealer Übereinkommen 1999. Ergänzend sind Vereinbarungen heranzuziehen, die von den Verbänden vorgegeben werden, z. B. die IATA-Transportbestimmungen).

    Der Luftfrachtbrief „ersetzt“ die Funktionen der Empfangsbestätigung durch die Fluggesellschaft, der Warenbegleit- und Sperrpapiere und stellt kein Warenwertpapier dar.

  • Mandatar

    Als Mandatar (lat. Mandatarius) bezeichnet man im Allgemeinen jede Person oder Institution, die ein Mandat annimmt bzw. wahrnimmt (zum Beispiel ein Rechtsanwalt, der gemäß Vollmacht bzw. im Auftrag eines anderen agiert).

  • Mapping

    Mapping ist der Vergleich eines internen Ratings mit einem externen Rating für dasselbe Ratingobjekt. Er soll zeigen, ob und inwieweit diese Ratings voneinander abweichen. Das Mapping muss eine Abweichungsanalyse beinhalten.

  • Marge

    Die Marge (französisch Spanne, Spielraum, aus lateinisch margo, „Rand“) (ˈmaʀʒə) ist in der Wirtschaft die Bezeichnung für Gewinnspannen aller Art. Im Kreditgeschäft setzt sich die Kreditmarge stufenweise aus folgenden Margenbestandteilen zusammen:

    (i) Die Refinanzierungskosten sind der Aufwand, den ein Institut im Rahmen der Refinanzierung tragen muss; sie gehören zur Wertsphäre.
    (ii) Betriebskosten sind alle Kosten der Betriebssphäre, die ein Institut für die Beschaffung der Refinanzierung und die Kreditbearbeitung aufwenden muss (Personalkosten, Materialkosten).
    (iii) Die Marge im engeren Sinne wird als Aufschlag zu den bisherigen Margenbestandteilen hinzugerechnet. Sie ergibt sich aus dem Kreditrisiko, welches im Rating des Kreditnehmers zum Ausdruck kommt. Je schlechter das Rating ausfällt, desto höher ist die Marge und umgekehrt.

    Aus allen drei Bestandteilen ergibt sich letztlich der Kreditzins für den Kunden.

  • Marktrisiko

    Marktrisiko (auch Marktpreisrisiko oder Marktpreisänderungsrisiko; englisch market risk) ist allgemein ein Finanzrisiko, dem sich ein Marktteilnehmer durch Veränderungen des Marktwerts oder sonstiger Marktdaten auf einem Markt gegenübersieht.

  • Matching

    Die Teilnehmer des OECD-Konsensus sind im Rahmen von Konsultations- und Notifikationsverfahren verpflichtet, bestimmte Konditionen eines Exportgeschäftes, für das eine öffentliche Unterstützung beabsichtigt wird, den übrigen Konsensus-Teilnehmern mitzuteilen (z.B. die Kreditlaufzeit). Matching bezeichnet die Anpassung an derartig mitgeteilte Konditionen bei einem mit dem notifizierten Angebot konkurrierenden, öffentlich unterstützten Angebot.

  • MIGA

    Die Multilaterale Investitions-Garantie-Agentur (Multilateral Investment Guarantee Agency – MIGA) ist ein Teil der Weltbankgruppe. Die MlGA ist das jüngste Mitglied der Weltbankgruppe. Ihre Einrichtung wurde im Oktober 1985 beschlossen, im April 1988 erreichte sie die für die Gründung notwendige Mindestanzahl. Ihr primäres Ziel ist es, ausländische Direktinvestitionen in Entwicklungsländern zu fördern, indem sie Garantien gegen die nichtkommerziellen Risiken anbietet

  • Mindestzinsregelung des OECD-Konsensus

    Kredite, für die eine öffentliche Finanzierungsunterstützung gewährt wird, unterliegen hinsichtlich der Zinsfestlegung der Mindestzinsregelung des OECD-Konsensus.Im Rahmen dieser Regelung wird auch der sog. CIRR festgelt. Siehe CIRR.

  • Mittelständisches Unternehmen

    Kleine und mittlere Unternehmen (kurz KMU), in Belgien und Österreich Klein- und Mittelbetriebe (KMB), ist die Sammelbezeichnung für Unternehmen, die definierte Grenzen hinsichtlich Beschäftigtenzahl, Umsatzerlös oder Bilanzsumme nicht überschreiten. Die Einordnung erfolgt in der Regel unabhängig von der gewählten Rechtsform oder der Eigentümerstruktur. Unternehmen, die die Grenzen überschreiten, werden Großunternehmen genannt.

    International ist die englische Bezeichnung small and medium-sized enterprises (SME oder SMEs) gebräuchlich, seltener auch small and medium-sized businesses (SMB oder SMBs).

  • Moody's

    Moody’s Corporation (NYSE: MCO) ist die Dachgesellschaft für Moody’s Investors Service und Moody’s Analytics. Die Gesellschaft ist an der New York Stock Exchange gelistet. Moody’s Analytics ist ein Anbieter von Risikomanagement-Software. Moody’s Investors Service ist eine von der US-amerikanischen Finanzaufsicht SEC seit 1975 anerkannte Ratingagentur (englisch Nationally Recognized Statistical Rating Organization, NRSRO).

  • Moratorium (Wirtschaft)

    Bei einem Moratorium handelt es sich allgemein um die Übereinkunft zwischen Gläubiger und Schuldner, den Schuldendienst vorläufig zu unterlassen oder aufzuschieben und speziell um einen durch staatlichen Hoheitsakt oder zwischenstaatliche Vereinbarung bestimmten Schuldnern gewährten oder für den Staat selbst ausgesprochenen, befristeten Zahlungsaufschub (Stundung) mit Veräußerungs- oder Zahlungsverbot.

  • Nachsichtakkreditiv

    Im Gegensatz zum Sichtakkreditiv (Auszahlung erfolgt bei Einreichung akkreditivkonformer Dokumente) wird beim Nachsichtakkreditiv dem Importeur ein Zahlungsziel eingeräumt „deferred payment L/C“.

  • Negozierungsakkreditiv

    "Nach der Art und Fälligkeit der Leistung können folgende Akkreditivarten unterschieden werden:

    1. Zahlungsakkreditiv:
    1a) Sichtakkreditiv (englisch sight letter of credit): Die Zahlung erfolgt bei Vorlage der Dokumente,
    1b) deferred payment-Akkreditiv: Die Zahlung erfolgt an einem bestimmten Termin nach Vorlage der Dokumente.

    2. Akzeptierungsakkreditiv (englisch letter of credit against acceptance): Zahlung gegen Hergabe eines Wechselakzeptes durch die Bank.

    3. Negoziierungsakkreditiv (englisch negotiable letter of credit): Zahlung gegen Kreditgewährung."

  • Negozierungskredit

    Der Negoziierungskredit, oft auch Negotiationskredit, ist eine Form der Außenhandelsfinanzierung mittels eines Wechsels, die vor allem bei Überseegeschäften vorkommt.

    Dabei kauft die Bank des Exporteurs (Verkäufers) einen vom Verkäufer auf den Importeur (Warenempfänger) gezogenen Wechsel lediglich auf Basis der Frachtdokumente auf, noch bevor das zugrunde liegende Geschäft vollständig abgewickelt ist. Die Bank des Exporteurs wiederum sichert sich gleichzeitig über einen Letter of Credit der Bank des Importeurs ab oder kauft diesen Wechsel direkt im Auftrag der Bank des Warenempfängers.

    Mit dem Negoziierungskredit verwandt ist der Rembourskredit, bei dem die Bank des Exporteurs den Wechsel allerdings nur akzeptiert und nicht diskontiert.

  • Nichttarifäres Handelshemmnis

    Unter nichttarifären Handelshemmnissen versteht man indirekte protektionistische Maßnahmen der Außenhandelsbeschränkung, die nicht Zölle, Abschöpfungen oder Exportsubventionen sind. Sie erschweren den Marktzugang ausländischer Anbieter.

  • Notch

    Notch (engl. „Kerbe“) ist die Bezeichnung für eine Ratingklasse (Ratingstufe) im Vergleich zu der nächsten besseren oder schlechteren Ratingklasse. Die infinitesimale Veränderung von einer Ratingklasse zur nächsten beträgt einen notch.

  • OECD

    Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (englisch Organisation for Economic Co-operation and Development, OECD; französisch Organisation de coopération et de développement économiques, OCDE) ist eine internationale Organisation mit 35 Mitgliedstaaten, die sich der Demokratie und Marktwirtschaft verpflichtet fühlen. Die meisten OECD-Mitglieder gehören zu den Ländern mit hohem Pro-Kopf-Einkommen und gelten als entwickelte Länder.

  • OECD-Konsensus

    Der OECD-Konsensus ist ein "Übereinkommen über Leitlinien für öffentlich unterstütze Exportkredite". Die OECD-Länder verpflichten sich damit, bei Ausfuhrgeschäften, die durch staatliche Gewährleistungen unterstützt werden und eine Kreditlaufzeit von mehr als 2 Jahren aufweisen, bestimmte Mindeststandards einzuhalten. Im Kern enthält der Konsensus Regelungen über die Höhe der zu leistenden An- und Zwischenzahlungen, die Höchstkreditlaufzeiten und die Mindestverzinsung.

  • OEKB-Deckung

    Die Oesterreichische Kontrollbank AG (OeKB) ist ein Spezialkreditinstitut im Eigentum der größeren Geschäftsbanken in Österreich. Sie fungiert als österreichische Exportkreditversicherung.

  • Operate-Leasing

    Das operative Leasing (auf Englisch auch Operate-Leasing oder Operatingleasing genannt) ist eine Form des Leasing, die der Miete weitgehend ähnlich ist, jedoch in vielen Fällen weitere mietuntypische Dienstleistungen einschließt. Wesentliche Merkmale sind:

    Keine feste Grundmietzeit und somit entsprechendes Kündigungsrecht nach jeweiliger Vereinbarung
    oder
    Sehr kurze Grundmietzeit, innerhalb der aber eine Vertragskündigung nicht gestattet ist
    Der Leasing-Geber trägt das volle Investitionsrisiko und aktiviert das Leasinggut (Abschreibung über Nutzungsdauer)
    Der Leasing-Nehmer verbucht die Leasingraten als Aufwand
    Zusätzliche Dienstleistungen wie Wartung und Reparatur trägt der Leasinggeber

    Die bilanzielle Zurechnung und Aktivierung erfolgt beim Leasing-Geber. Dieser schreibt die Leasing-Objekte über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer ab (Abschreibung). Der Leasing-Nehmer kann die gezahlten Leasing-Raten als Aufwand verrechnen.

  • Öffentlich-rechtliches Kreditinstitut

    Öffentlich-rechtliches Kreditinstitut ist der Sammelbegriff für alle Kreditinstitute, bei denen die öffentliche Hand mehrheitlich oder ganz als Gesellschafter fungiert.

  • Örtliche Kosten

    siehe lokale Kosten

  • Packliste

    Eine Packliste ist eine strukturierte Anordnung von Objekten einer Sendung von Waren. Sie dient zur genaueren Bestimmung des Umfangs und der Art der Ware und wird mitgesendet zur Überprüfung der Vollständigkeit der Warensendung durch den Warenempfänger, sowie zur korrekten und vereinfachten Verzollung.

    Es wird angegeben:

    Transportart
    Ware
    Menge (Stückzahl, Liter usw.)
    Masse (meist in Brutto und Nettoangaben)
    Wert der Ware (ist eine Kann-Angabe)

    Im Gegensatz zur Stückliste muss der Inhalt einer Packliste funktionell nicht voneinander abhängig sein, d.h. die enthaltenen Teile, Baugruppen und Erzeugnisse müssen nicht (können aber) zur Herstellung eines gemeinsamen Endproduktes nötig sein. Der Inhalt einer Packliste kann also willkürlich nach der Gebindegröße oder den Anforderungen des Absenders bzw. Empfängers zusammengestellt sein.

  • Parallelkredit

    Parallelkredite (englisch „parallel loans“) sind im Bankwesen Kredite, bei denen mindestens zwei rechtlich voneinander unabhängige Kreditverträge mit einem Kreditnehmer für denselben Verwendungszweck geschlossen werden.

  • Payment Guarantee

    siehe Zahlungsgarantie

  • Performance Bond

    Vertragserfüllungsbürgschaft (engl. performance bond) ist im Bankwesen ein Avalkredit, bei welchem die haftende Bank sicherstellt, dass ein Vertragspartner (Bankkunde) seine aus einem Vertrag gegenüber einem Dritten übernommenen Verpflichtungen erfüllen kann.

  • Politisch exponierte Person (PEP)

    Eine politisch exponierte Person (PEP) ist ein Politiker oder eine Person im unmittelbaren Umfeld eines Politikers, die bezüglich Geldwäsche strengeren Anforderungen als ein Normalbürger unterliegt. Anhand von Prüfkriterien kann man feststellen, ob eine Person als "politisch exponiert" gelten kann.

    Nach den Vorschriften über Geldwäsche muss der Betreiber einen ""Risk-Based"" Ansatz verfolgen. Dies gilt auch für Maßnahmen zur Identifizierung einer Person als politisch exponierte Personen. Durch die Prüfung einer Liste kann man schließen, dass eine Person eine politisch exponierte Person sein kann. Die weltweit größte PEP-Datenbank von 1,4 Millionen Counterparties liefert Accuity.

  • Politische Risiken

    Politische Risiken umfassen staatliche/behördliche Maßnahmen, kriegerische Ereignisse, Aufruhr oder Revolution (sog. „allgemeiner politischer Schadensfall“), Transferstopp (nicht durchführbare Konvertierung oder Beschränkung des Transfers der vom Schuldner in Landeswährung eingezahlten Beträge durch Einschränkung des zwischenstaatlichen Zahlungsverkehrs), Unmöglichkeit der Vertragserfüllung aus politischen Gründen (siehe Moratoriumsrisiko) oder der Warenverlust vor Gefahrenübergang durch Beschlagnahme oder Zerstörung gehören zu den politischen Risiken eines Exports und können versichert werden. Der allgemeine politische Garantiefall tritt dann ein, wenn gesetzgeberische oder behördliche Maßnahmen im Ausland die Erfüllung der vertraglich vom Exporteur geschuldeten Lieferungen und Leistungen ganz oder teilweise verhindern und dem Exporteur die Forderungen daher nicht zustehen. Voraussetzung hierfür ist, dass der Versand bereits begonnen hat.

  • Postlaufrisiko

    Bei Akkreditivgeschäften besteht das sog. Postlaufrisiko. Bis zur fristgerechten Präsentation der Dokumente trägt der Begünstigte das Verlustrisiko der Dokumente. Die eröffnende Bank und eine eventuell bestätigende Bank müssen auch ohne Vorlage von Dokumenten honorieren oder negozieren, wenn konforme Dokumente auf dem Weg von der benannten Bank bis zur eröffnenden Bank oder eventuell bestätigenden Bank verloren gegangen sind.

  • PRI-Deckung

    PRI steht für Private Risk Insurance. Es handelt sich um eine Kreditversicherung privater Anbieter (z.B. Sovereign, Zurich, Lloyds, AIG oder Chubb). Die PRI ist für die Deckung politischer Risiken wie den KT-Fall (siehe KT-Risiko), Krieg, Enteignung oder sonstige staatliche Eingriffe, aber auch bei Nichtzahlungsrisiken staatlicher und quasistaatlicher Kreditnehmer geeignet. PRI-Policen sind keine Garantien und können daher nicht "on first demand" in Anspruch genommen werden.

  • Privatbanken

    Private Banken (auch: Privatbanken) sind Kreditinstitute, die privatrechtliche Rechtsformen aufweisen und deren Gesellschafter weder die öffentliche Hand noch Mitglieder einer Genossenschaft sind.

  • Progress Payment

    Progress Payment oder Fortschrittszahlung bezeichnet die Auszahlung eines Darlehens pro rata des innerbetrieblichen Produktionsfortschritts. Die angefallenen Herstellungskosten des Exporteurs werden damit in Form von Abschlagszahlungen zeitnah beglichen.

  • Projektfinanzierung

    Unter Projektfinanzierung (englisch project finance) wird die strukturierte Finanzierung einer wirtschaftlich und zumeist rechtlich abgrenzbaren, sich selbst refinanzierenden Wirtschaftseinheit von begrenzter Lebensdauer verstanden. Die Projektfinanzierung bildet damit den Gegenentwurf zur klassischen Unternehmensfinanzierung (englisch Corporate-credit-rating-based-financing).

  • Prolongation

    Eine Prolongation (lateinisch prolungare, „verlängern“) ist allgemein die Verlängerung der ursprünglichen Geltungsdauer eines Vertrags und speziell im Bankwesen die Vertragsänderung eines Kreditvertrags, bei welcher der Fälligkeitszeitpunkt unter Beibehaltung der übrigen Kreditbedingungen hinausgeschoben wird.

  • Promissory Note

    siehe Solawechsel

  • Protracted default

    "Protracted default" bezeichnet die Nichtzahlung innerhalb von einem Monat nach Fälligkeit. Siehe auch wirtschaftliche Risiken.

  • Prozentpunkt

    Der Begriff Prozentpunkt ist ein sprachliches Hilfsmittel zur Bezeichnung des absoluten Unterschiedes zwischen zwei relativen Angaben, die in Prozent vorliegen. Prozentpunkte werden meist im Zusammenhang mit Statistiken verwendet, beispielsweise bei Vergleichen von Wahlergebnissen oder wirtschaftlichen Daten.

    Die Bezeichnung kann hilfreich sein, um einen absoluten Vergleich zweier in Prozentschreibweise vorliegender Angaben sprachlich eindeutig vom relativen Vergleich zu unterscheiden.

  • Rahmenkreditvertrag

    Rahmenverträge sind Vereinbarungen von Banken mit ausländischen Kreditnehmern (meist Auslandsbanken) über die Vergabe von Einzelkrediten zur Finanzierung von Ausfuhrgeschäften. Die Rahmenkreditvereinbarungen beinhalten u.a. die Voraussetzungen für die Gewährung dieser Einzeldarlehen (z.B. Mindestauftragswert, Hermes-Deckung ) und die generellen Regelungen und Bedingungen, denen die abzuschließenden Einzelkredite unterliegen (z.B. Methoden der Zinsfestlegung, Besicherung, Informationspflichten des Kreditnehmers, Kündigungsrechte des Kreditgebers etc.). Durch diese Standardisierung wird der Abschluß von Einzeldarlehen wesentlich vereinfacht und beschleunigt.

  • Rating

    Unter Rating versteht man im Finanzwesen die ordinal skalierte Einstufung der Bonität eines Wirtschaftssubjekts (Unternehmen, Staat) oder Finanzinstruments. Die Einstufung wird in der Regel von einer Ratingagentur oder einem Kreditinstitut vorgenommen. Als Rating wird sowohl das Verfahren zur Ermittlung der Bonitätsstufe als auch dessen Ergebnis bezeichnet. Die Skala der vergebbaren Bonitätsnoten wird auch als „Ratingskala“, die vereinbarten Kürzel für die Bonitätsnoten als „Ratingcode“ bezeichnet.

  • Rating Outlook

    Der Rating Outlook (Ausblick) ist eine Stellungnahme zur wahrscheinlichen Richtung, in der sich ein Rating kurzfristig oder mittelfristig, oder kurzfristig und mittelfristig entwickeln wird.

  • Ratingagentur

    Ratingagenturen (englisch Credit rating agency, CRA) sind private Unternehmen, die gewerbsmäßig die Kreditwürdigkeit (Bonität) von Unternehmen aller Wirtschaftszweige, Finanzinstrumente, Finanzprodukte, Forderungen sowie von Staaten und deren untergeordneten Gebietskörperschaften mit einem Rating bewerten.

  • Ratingstufen

    Die Ratingklassen – in der Kapitaladäquanzverordnung (CRR) „Ratingstufen“ genannt – sind jeweils durch Ratingsymbole (Ratingcodes) gekennzeichnet. Es ist ein von Ratingagenturen verwendeter Buchstabenschlüssel, der das Ausfallrisiko eines Schuldners darstellt und somit eine einfache Beurteilung der Bonität erlaubt. Der Ratingcode ist Ergebnis des Ratingprozesses. Jedem Ratingsymbol ist eine individuelle Definition zugeordnet. S&P definiert die Bestnote AAA (Triple A) als „das höchste von S&P vergebene Rating, wobei die Fähigkeit, Zinsen und Kreditbetrag zurückzahlen zu können, als extrem hoch eingestuft ist.

  • Referenzzinssatz

    Der Referenzzinssatz ist im Bankwesen ein Zinssatz, der von neutraler Stelle institutsübergreifend täglich für eine bestimmte Währung und Zinslaufzeit ermittelt wird und im Nichtbankensektor als Bezugs- und Orientierungsgröße anerkannt ist.

  • Refinanzierung

    Refinanzierung (englisch refinancing, funding) ist bei Kreditinstituten der Fachausdruck für die Kapitalbeschaffung zur Finanzierung des Aktivgeschäfts.

  • Refinanzierungskosten

    Refinanzierungskosten sind der Aufwand, den die Kreditinstitute für die Refinanzierung ihres Aktivgeschäfts zu tragen haben.

  • Rembourskredit

    Der Rembourskredit ist im Bankwesen eine besondere Form des Akzeptkredits, dem ein grenzüberschreitender Warenhandel zugrunde liegt.

  • Respekttag

    Als Respekttag (-e; lat./ital. Respiro; auch ""Respittage"", ""Respecttage Diskretionstage, Verzugstage, Faveurtage, Nachtage, Ehrentage, Gnadentage, days of grace, days of respite"") wird eine Frist (Respirofrist) bezeichnet, innerhalb derer eine erbrachte Leistung noch als rechtzeitig angesehen wird (z. B. Zahlungsfrist nach dem Verfallstag eines Schecks oder Wechsels).

    Der Gläubiger verzichtet während dieser Frist auf die Geltendmachung möglicher negativer Folgen (z. B. Zahlungsverzugsfolgen) gegen den Schuldner. Die Gewährung von Respekttagen kann unter Umständen mit Nachteilen für den Gläubiger verbunden sein, wenn der Schuldner während dieser Frist zahlungsunfähig wird.

    Respekttage sind in verschiedenen Handelsbräuchen (Usance) und auch in den verschiedenen Gesetzen weltweit bekannt, da Zahlungen erfahrungsgemäß verspätet eingehen können. Aus ""Respekt"" für den Geschäftspartner wird auf eine allzu strenge Einhaltung eines Zahlungstermins verzichtet. Zudem differiert die Zahlungspünktlichkeit zwischen den einzelnen Schuldnern und Ländern.

  • Revolvierendes Akkreditiv

    Mit einem revolvierenden Akkreditiv ist ein Akkreditiv gemeint, das nach Ausnutzung wiederauflebt und durch den Exporteur neu ausgenutzt werden kann. Es wird zwischen zwei Grundformen dieses Akkreditivs unterschieden:

    (i) das einfach revolvierende Akkreditiv
    (ii) das kumulativ revolvierende Akkreditiv

    Bei einem revolvierenden Akkreditiv würde sich die eröffnende Bank gegenüber dem Exporteur verpflichten, in einem bestimmten Zeitraum (zum Beispiel einem Monat) ordnungsgemäße Dokumente bis zu einem Wert von X aufzunehmen. Nach Ablauf des Kalendermonats könnte der Exporteur im Folgemonat erneut Dokumente unter dem Akkreditiv einreichen, bis entweder ein im Akkreditiv genannter Gesamtbetrag erreicht ist oder das Akkreditiv durch Fristablauf ungültig wird. Beim kumulativ revolvierenden Akkreditiv könnte der Exporteur in den Folgeperioden auch die Akkreditivbeträge ausnutzen, die in den Vorperioden nicht genutzt wurden, beim einfach revolvierenden Akkreditiv verfallen die nicht ausgenutzten Beträge.

    In der Praxis hat diese Akkreditivform keine Bedeutung. Da bei einem revolvierenden Akkreditiv die eröffnende Bank die Kreditlinie des Importeurs in Höhe der maximal errechneten kumulierten Ausnutzungen über die gesamte Kreditlaufzeit belasten würde (und entsprechende Kreditprovisionen vereinnahmen müsste), ist diese Abwicklungsform für Importeure i. d. R. nicht interessant.

    Für die Abwicklung regelmäßig vorkommender Lieferungen wird üblicherweise durch den Importeur eine langfristige Zahlungsgarantie zugunsten des Exporteurs bei der Hausbank des Importeurs beauftragt.

  • Rückzahlung

    siehe Tilgung

  • SACE

    Die SACE S.p.A. ist ein italienisches Kreditversicherungsunternehmen mit Sitz in Rom. Die auf Exportkreditversicherungen und Exportrisikogarantien spezialisierte Aktiengesellschaft gehört zu 100 Prozent der Cassa Depositi e Prestiti, die sich ihrerseits zu 80 Prozent im Besitz des italienischen Ministeriums für Wirtschaft und Finanzen befindet. Die SACE ist ein wichtiges Instrument der Außenhandelspolitik Italiens.

  • Sale-Lease-Back

    Rückmietverkauf, Sale-Lease-Back und Sale-and-Rent-Back sind synonyme Bezeichnungen einer Sonderform des Leasings, bei der eine Organisation eine Immobilie oder Fahrnis, aber auch immaterielle Güter wie Marken oder Patente, an eine Leasinggesellschaft verkauft und sie zur weiteren Nutzung gleichzeitig zurückleast.

    Beim Rückmietverkauf wird ein Vertrag zwischen beiden Parteien abgeschlossen, der die zu entrichtenden Mietkosten regelt und die Vertragslaufzeit festlegt. Die Beendigung des Vertrages erfolgt durch einen Vertragsrücktritt seitens des Mieters mit anschließender Rückabwicklung. Im Zuge dessen werden Zug um Zug die besitzanzeigenden Dokumente gegen Rückzahlung des Kaufpreises zurückgegeben und somit die ursprünglichen Eigentumsverhältnisse wiederhergestellt.

  • Schuldanerkenntnis

    Der Begriff Schuldanerkenntnis ist mehrdeutig. Die Schuldanerkenntnisse des Schuldrechts des deutschen Bürgerlichen Gesetzbuchs sind Verträge zwischen Gläubigern und Schuldnern.

  • Schuldner

    Schuldner ist eine natürliche oder juristische Person, die aus einem vertraglichen oder gesetzlichen Schuldverhältnis eine Leistungspflicht trifft. Der Schuldner ist mithin verpflichtet, dem Gläubiger aus dem bestehenden Schuldverhältnis eine bestimmte Leistung zu erbringen. Komplementärbegriff zu Schuldner ist mithin der Gläubiger.

  • Schwellenland

    Ein Schwellenland ist ein Staat, der traditionell noch zu den Entwicklungsländern gezählt wird, aber nicht mehr deren typische Merkmale aufweist. Deshalb wird ein solches Land begrifflich von den Entwicklungsländern getrennt.

  • Seefrachtbrief

    Ein Seefrachtbrief (engl. sea waybill) ist ein Transportdokument und besitzt keinen Wertpapiercharakter. Der Seefrachtbrief weist den An-Bord-Verlader der Ware aus.

  • Selbstbehalt

    Bei einer Hermes-Deckung ist der Deckungsnehmer im Schadensfall mit einer bestimmten Quote, dem sog. Selbstbehalt, am entstandenen Ausfall beteiligt. Bei der Beantragung einer Finanzkreditdeckung haben die Banken in der Regel die Möglichkeit, zwischen zwei Alternativen zu wählen:

    (i) Selbstbehalt in Höhe von 10% für die politischen Risiken und die Höhe von 15% für die wirtschaftlichen Risiken. Bei dieser Alternative sind die Selbstbehalte auf den Exporteur abwälzbar.
    (ii) 5%iger, nicht abwälzbarer Selbstbehalt für alle Risiken.

  • SERV-Deckung

    Die Schweizerische Exportrisikoversicherung (SERV) mit Sitz in Zürich ist eine öffentlich-rechtliche Anstalt des Bundes in der Schweiz. Sie versichert Exportgeschäfte von Schweizer Unternehmen in politisch oder wirtschaftlich unsichere Länder sowie die Finanzierung von solchen Geschäften. In der Öffentlichkeit werden solche Zusicherungen immer wieder kontrovers diskutiert, weil über menschenrechtliche, soziale und ökologische Anforderungen an die Projekte unterschiedliche Vorstellungen existieren.

  • Sichtakkreditiv

    Nach der Art und Fälligkeit der Leistung können folgende Akkreditivarten unterschieden werden:

    1. Zahlungsakkreditiv:
    1a) Sichtakkreditiv (englisch sight letter of credit): Die Zahlung erfolgt bei Vorlage der Dokumente,
    1b) deferred payment-Akkreditiv: Die Zahlung erfolgt an einem bestimmten Termin nach Vorlage der Dokumente.

    2. Akzeptierungsakkreditiv (englisch letter of credit against acceptance): Zahlung gegen Hergabe eines Wechselakzeptes durch die Bank.

    3. Negoziierungsakkreditiv (englisch negotiable letter of credit): Zahlung gegen Kreditgewährung.

  • Sichtwechsel

    Der Sichtwechsel ist ein Wechsel, der bei Sicht, also bei Vorlage beim Bezogenen bzw. bei der benannten Zahlstelle, fällig ist

  • Sinosure-Deckung

    Sinosure ist eine chinesische Versicherungsgesellschaft. Gegründet 2001 ist Sinosure eine offizielle staatliche Gesellschaft und bietet sowohl Exportversicherungen als auch Kreditversicherungen für den chinesischen Binnenmarkt an. Der Sitz der Gesellschaft befindet sich in Beijing. Daneben verfügt das Unternehmen über 15 regionale Niederlassungen in China und eine Europavertretung in London.

  • Skonto

    Der oder das Skonto (von italienisch sconto, zu scontare, „abziehen, abrechnen“) ist ein Preisnachlass auf den Rechnungsbetrag (ohne Frachtkosten etc.) bei Zahlung innerhalb einer bestimmten Frist. Der Kunde bekommt für eine frühzeitige Bezahlung der Rechnung einen undefinierten Rabatt (z. B. 2 % Skonto für eine Zahlung innerhalb von 14 Tagen). Ein nicht gezogenes Skonto ist eine Form der Zinszahlung für den Lieferantenkredit. Der Kunde verzichtet auf 2 % Skonto, damit er den Rechnungsbetrag 16 Tage später zahlen kann. Die Zahlungsbedingung für dieses Beispiel würde lauten: „Zahlung 14 Tage 2% Skonto, 30 Tage netto.“

    Bei Zahlung unter Abzug von Skonto erhält der Kunde vom Lieferanten eine unentgeltliche Kreditleistung in Form einer Valuta- und/oder Skontofrist. Der Kunde zahlt bei Ziehen eines Skontos keinen Aufpreis (Zins) für den Lieferantenkredit.

  • Solawechsel

    Bei einem Solawechsel ist der Aussteller gleichzeitig Hauptschuldner des Wechsels.

  • Standard & Poor’s

    Standard and Poor’s Corporation (S&P) ist eine international bekannte Kredit-Ratingagentur. Sie entstand 1941 aus der Verschmelzung der US-amerikanischen Unternehmen H.V. & H.W. Poor Co. und Standard Statistics Bureau. Seit 1966 ist S&P eine Tochtergesellschaft von McGraw-Hill. Kernbereich der Gesellschaft ist die Bewertung und Analyse anderer Wirtschaftsunternehmen, Banken und Staaten hinsichtlich ihrer Bonität. S&P ist die dominierende Ratingagentur neben den kleineren Unternehmen Moody’s und Fitch Ratings, die zusammen als die Großen Drei (englisch big three) bezeichnet werden.

  • Starting Point

    Der "Starting Point" bezeichnet bei Hermes-gedeckten Krediten den Beginn der Kreditlaufzeit. Je nach Art des Ausfuhrgeschäftes akzeptiert Euler Hermes (i) den Zeitpunkt der mittleren gewogenen Lieferung, (ii) den Zeitpunkt der letzten wesentlichen Lieferung oder (iii) den Zeitpunkt der Betriebsbereitschaft als Starting Point. Die erste Rückzahlungsrate ist 6 Monate nach dem Starting Point fällig. Im Finanzkreditvertrag wird für den Tilgungsbeginn zusätzlich ein Spättesttermin festgesetzt, der sich an dem erwarteten Starting Point orientiert.

  • Stempelgebühr

    Als Stempelsteuern respektive Stempelgebühr (auch Stempeltaxe oder Urkundensteuer; engl. stamp duty oder stamp tax) bezeichnet man Abgaben, also sowohl Steuern als auch Gebühren, die durch Abstempeln der entsprechenden Papiere oder Gegenstände mit einem Stempel und oft einer Stempelmarke erhoben werden. Dabei decken sich die Stempelsteuern im Wesentlichen mit den Verkehrsteuern.

  • Swap

    Ein Swap (englisch (Aus-)Tausch) stellt im wirtschaftlichen Sinne einen Sammelbegriff für derivative Finanzinstrumente dar, deren Gemeinsamkeit ein Austausch von zukünftigen Zahlungsströmen (Cash Flows) ist.Swaps gehören zu den außerbörslichen Geschäften. Das Swapgeschäft ist ein standardisierter Finanzkontrakt, der auf Grundlage der Musterverträge der International Swaps and Derivatives Association (ISDA) geschlossen werden kann. Die Verträge bestimmen, wie die Zahlungen zu berechnen und die Laufzeiten oder Fälligkeiten auszugestalten sind.

    Mit Swaps können Zahlungsströme fast beliebiger Natur getauscht werden. Dadurch können gezielt finanzielle Risiken in der Finanzierung, in der Bilanzstruktur oder in der Absicherung eines Portfolios verringert werden. Swaps können leichter handelbar sein und ihre Märkte liquider sein als die Märkte ihrer Basiswerte. Außerdem erlauben Swaps wie andere Derivate, Risiken einzeln und getrennt von den zugehörigen Basiswerten zu handeln.

  • SWIFT

    Die Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication, abgekürzt S.W.I.F.T. oder meist nur SWIFT, ist eine 1973 gegründete, in Belgien ansässige Organisation, die den Nachrichten- und Transaktionsverkehr von weltweit mehr als 10.000 Banken über sichere Telekommunikationsnetze (das SWIFT-Netz) standardisiert. Sie ist eine Genossenschaft im Besitz der Banken und dem EU-Recht unterworfen.

  • Teildeckung

    Im Rahmen der Hermes-Deckung ist es möglich, eine Teildeckung zu beantragen. Bei dieser Deckungsform übernimmt der Bund nur für die Teile der Forderung an den ausländischen Schuldner die Haftung.

  • Terminkurs

    Der Terminkurs (englisch forward rate) ist der Kurs eines Finanzinstruments oder einer Handelsware (Commodities) bei Termingeschäften am Terminmarkt. Gegensatz ist der Kassakurs.

  • Terrorismusfinanzierung

    siehe Geldwäsche

  • TEU

    siehe Twenty-foot Equivalent Unit

  • Tilgung

    Kreditlaufzeit oder einfach Laufzeit ist die Zeitspanne zwischen Begründung der Kreditschuld und ihrer Fälligkeit. Kredite werden banküblich befristet, wobei die Laufzeit mit den Tilgungs- und Liquiditätsmöglichkeiten des Kreditnehmers in Einklang stehen muss. Die Tilgungen, unterschieden nach Raten- oder Annuitätentilgung, werden mit ihrer Höhe, Fälligkeit und Zahlungsform angegeben. Am Ende der vereinbarten Kreditlaufzeit ist der Kredit nebst aller übrigen Nebenleistungen zur Rückzahlung fällig, ohne dass es einer besonderen Aufforderung durch den Kreditgeber bedarf.

  • Traditionspapier

    Traditionspapiere werden in Deutschland Wertpapiere genannt, die einen Herausgabeanspruch auf bewegliche Sachen verbriefen und zugleich die Sache selbst in der Weise ersetzen, dass über sie durch Übergabe des Papiers verfügt werden kann.

  • Transferrisiko

    Das Transferrisiko ist ein spezifisches Länderrisiko. Es bezeichnet die Behinderung des Zahlungsverkehrs zwischen Export- und Importland, die weder Exporteur noch Importeur zu verantworten haben.

  • Transformationsland

    Transformationsland (manchmal auch Konversionsland) bezeichnet einen Staat im Übergang von einer Zentralverwaltungswirtschaft zu einem marktwirtschaftlichen System.

  • Tratte

    Tratte ist ein ein gezogener Wechsel, der (noch) nicht akzeptiert wurde

  • Twenty-foot Equivalent Unit (TEU)

    Twenty-foot Equivalent Unit (Abkürzung TEU, deutsch Standardcontainer) ist eine international standardisierte Einheit zur Zählung von ISO-Containern verschiedener Größen und zur Beschreibung der Ladekapazität von Schiffen und des Umschlags von Terminals beim Containertransport.

    Daneben gibt es die Forty-foot Equivalent Unit (Abkürzung FEU):

    1 TEU entspricht einem 20-Fuß-ISO-Container
    1 FEU entspricht einem 40-Fuß-ISO-Container

  • UK Export Finance (UKEF)

    UK Export Finance ist die britische staatliche Exportkreditversicherung. UKEF ist Teil des brit. Finanzministeriums.

  • Unbestätigtes Akkreditiv

    Ein unbestätigtes Akkreditiv (englisch non-confirmed letter of credit) ist eine bloße Ankündigung der Akkreditiveröffnung

  • UNCITRAL

    siehe Uniform customs and practice for documentary credits

  • Uniform customs and practice for documentary credits (UCP)

    Die Kommission der Vereinten Nationen für internationales Handelsrecht (englisch United Nations Commission on International Trade Law, UNCITRAL; französisch Commission des Nations unies pour le droit commercial international, CNUDCI) hat den Zweck, die Vereinheitlichung des internationalen Handelsrechts aktiv zu fördern.

  • Uniform Rules for Demand Guarantees (URDG)

    siehe Einheitliche Richtlinien für auf Anfordern zahlbare Garantien (ERAG)

  • Unwiderrufliches Akkreditiv

    Nach der Art der Verpflichtung (Art. 6b ERA 600) können folgende Akkreditivarten unterschieden werden:

    1. widerrufliches Akkreditiv (englisch revocable letter of credit): Schuldversprechen mit auflösender Bedingung gemäß Art. 8 ERA 600, wonach die Akkreditivbank ihr Zahlungsversprechen jederzeit bis zur Annahme der Dokumente durch die Akkreditivstelle ändern oder annullieren kann. Es bietet für den Exporteur keine hinreichende Absicherung, so dass es selten vorkommt.
    2. unwiderrufliches Akkreditiv (englisch irrevocable letter of credit): dauerhaftes selbständiges Schuldversprechen einer Bank zur Zahlung nach Art. 9a ERA 600.
    2a) unbestätigtes Akkreditiv (englisch non-confirmed letter of credit): ist eine bloße Ankündigung der Akkreditiveröffnung,
    2b) bestätigtes Akkreditiv (englisch confirmed letter of credit): Die bestätigende Bank verpflichtet sich hierdurch bei Vorlage akkreditivkonformer Dokumente, dem Exporteur - anstelle der Bank des Importeurs - Zahlung zu leisten, wenn die Bank des Importeurs nicht innerhalb einer Karenzzeit (oft 10-30 Bankarbeitstage) den Gegenwert anschafft.

  • Upfront Fee

    siehe Front-End-Fee

  • Upgrade

    Downgrade oder upgrade ist die Herabstufung oder Heraufstufung eines Ratings um mindestens einen „notch“ im Vergleich zum zeitlich vorhergegangenen Rating für dasselbe Ratingobjekt.

  • URDG

    Einheitliche Richtlinien für auf Anfordern zahlbare Garantien (ERAG), Uniform Rules for Demand Guarantees (URDG) ist eine im Jahr 1991 in Paris von der Internationalen Handelskammer (ICC) verabschiedete Richtlinie, die das Recht von Bankgarantien regelt. 2009 beschloss die ICC eine überarbeitete Fassung, die am 1. Juli 2010 in Kraft trat (ICC Publikation Nr. 758).

    Das Regelwerk ist Nachfolger der im Jahre 1978 verabschiedeten Einheitlichen Richtlinien für Vertragsgarantien, was ein allgemeineres Werk war und sich in der Praxis nicht durchgesetzt hatte. (ICC-Publikation Nr. 325) Die Kritik dieses Vorgängers war, dass das internationale Garantiegeschäft nicht ausreichend beachtet wurde.

  • Ursprungszeugnis

    Das Ursprungszeugnis (englisch Certificate of Origin) ist ein Warenbegleitpapier, das im internationalen Güterverkehr Verwendung findet und zur offiziellen Bestätigung der Herkunft einer Ware dient. Es ist jedoch kein präferenzielles Ursprungspapier (wie z. B. EUR.1/EUR-Med) und bietet keine Grundlage für eine zollfreie oder ermäßigte Einfuhr in dem Bestimmungsland.

  • US Eximbank-Deckung

    Die US Eximbank ist die Exportkreditversicherung der Vereinigten Staaten. Sie ist eine sog. Government Agency.

  • Übernahmebestätigung

    Die Übernahmebestätigung (auch: Spediteurübernahmebestätigung; engl. Forwarders Certificate of Receipt (FCR)) ist ein Transportdokument.

    Das FCR gibt dem Spediteur die Möglichkeit, dem Absender ein spediteureigenes Empfangsdokument auszuhändigen. Das FCR kann sofort nach Übernahme der Ware durch den Spediteur dem Absender ausgehändigt werden. Es wird nur ein Original ausgestellt. Das FCR ist immer an einen namentlich genannten Empfänger ausgestellt und ist damit ein Namenspapier.

    Mit der Ausstellung des FCR bestätigt der Spediteur

    den Empfang des Transportgutes;
    die Sendung mit dem unwiderruflichen Transportauftrag übernommen zu haben, diese an den im Dokument genannten Empfänger zu senden;
    die Güter dem namentlich genannten Empfänger auszuliefern.

  • Übertragbares Akkreditiv

    Bei der Abwicklung von Handelsgeschäften kommt es regelmäßig vor, dass sogenannte Handelsketten entstehen. Der Importeur einer Ware ist häufig nicht der Endverbraucher bzw. der Groß- oder Einzelhändler einer Ware, sondern nur ein Zwischenhändler. So bedienen sich z. B. häufig Firmen der Dienste von Zwischenhändlern, um Waren einzukaufen, für die sie in den entsprechenden Märkten nicht über ausreichende Marktinformationen verfügen.

    Wenn diese Zwischenhändler nicht über genügend eigene Liquidität bzw. Kreditlinien verfügen, um den Einkauf mittels eines Akkreditivs abzuwickeln, wird häufig das Instrument einer Akkreditivübertragung gewählt, um den Zwischenhändler in die Lage zu versetzen, den Einkauf abzuwickeln.

    Der Ablauf ist wie folgt: Der Endabnehmer eröffnet ein Akkreditiv zugunsten des Zwischenhändlers. In diesem Akkreditiv ist ausdrücklich aufgeführt, dass es übertragen werden kann. Dieser Übertragungsvermerk kann auch eingeschränkt sein. So kann die Übertragung auf einen bestimmten Lieferanten oder ein bestimmtes Land beschränkt sein, ebenso können bestimmte Lieferanten, Länder etc. ausgeschlossen werden. Die Bank des Zwischenhändlers erhält von dem Zwischenhändler den Auftrag, das Akkreditiv (oder bei teilbaren Akkreditiven einen Teil des Akkreditivs) an einen bestimmten Lieferanten zu übertragen. Dabei werden laut ERA 600, von drei Ausnahmen abgesehen, die Ursprungsbedingungen des Akkreditivs 1:1 an den Zweitbegünstigten übertragen. Die Ausnahmen sind der Preis (in der Regel kauft der Zwischenhändler zu einem geringeren Preis ein, als er an den Endabnehmer fakturiert), die Liefertermine sowie die Akkreditivlaufzeit, die verkürzt werden können. Da die Bank des Zwischenhändlers hier keine eigenständige Zahlungsverpflichtung übernimmt, sondern nur die Zahlungsverpflichtung der eröffnenden Bank weiterreicht, muss sie die Kreditlinie des Zwischenhändlers nicht belasten. Bestandteil der Übertragung ist die Verpflichtung der eröffnenden Bank auch „Dokumente von dritter Seite“ zu akzeptieren. Die übertragende Bank ist immer auch Zahlstelle für das Akkreditiv, das heißt, sie prüft für die beiden anderen beteiligten Banken die Ordnungsmäßigkeit der vorgelegten Dokumente. Bei Dokumentenvorlage durch den Exporteur prüft die übertragende Bank die Dokumente und nimmt vom Zwischenhändler eine Austauschrechnung entgegen, um das Akkreditiv der eröffnenden Bank ausnutzen zu können. Wenn sie auf dem Konto des Zwischenhändlers den Zahlungseingang von der eröffnenden Bank verbucht, reicht sie den Erlös für den Exporteur auf das Konto bei seiner Bank weiter.

    Theoretisch ist es auch möglich, ein Akkreditiv mehrfach zu übertragen. Dies ist wegen der Komplexität einer solchen Konstruktion in der Bankpraxis jedoch extrem selten.

    Ein weiteres Instrument zur Abwicklung des Kaufes für einen Zwischenhändler, das ohne Nutzung eigener Liquidität bzw. Kreditlinie aus dem Akkreditiv abgeleitet werden kann, ist die Hinauslegung eines unwiderruflichen Zahlungsauftrags durch seine Bank.

  • Variabler Zins

    Ein variabler Zins ist ein sich an die aktuelle Marktlage anpassender Zins. Unzulässig sind bei Verträgen mit variablen Zinsen willkürliche Zinsgestaltungen. Es ist vielmehr vertraglich ein Referenzzinssatz festzulegen, der die individuelle Vertragsgestaltung berücksichtigt und in öffentlichen Medien zugänglich ist. Dabei bietet sich die Zeitreihen-Datenbank der Deutschen Bundesbank an.

  • Veritätsrisiko

    siehe Forfaitierung

  • Verpflichtungserklärung

    Für die Gewährung einer Finanzkreditdeckung setzt Euler Hermes die Abgabe einer Verpflichtungserklärung durch den Exporteur voraus. Diese beinhaltet u.a. die Verpflichtung des Exporteurs, den Bund unter bestimmten Umständen von seiner Entschädigungspflicht gegenüber der Bank aus der Finanzkreditdeckung freizustellen sowie bestimmte Informationspflichten hinsichtlich des Liefergeschäftes und seiner Abwicklung. Das Erfordernis der Verpflichtungserklärung basiert auf dem Zusammenhang zwischen dem Ausfuhrgeschäft und dem Finanzkredit. Euler Hermes verlangt daher die Verpflichtungserklärung auch dann, wenn der Exporteur selbst keine Ausfuhr- oder Fabrikationsrisikodeckung beantragt.

  • Verschiffung

    Verschiffung bezeichnet den Transport von Waren, bzw. Frachtgut (z.B. Rohstoffe, Bodenschätze, Erzeugnisse der Schwerindustrie, sonstige Waren und Massengüter, insbesondere in Containern,) per Schiff auf transporttauglichen Wasserstraßen (Flüssen, Kanälen), Seen, Meeren und Ozeanen.

  • Versicherer

    Ein Versicherer (auch: Versicherungsbetrieb, veraltet Assekuradeur), umgangssprachlich Versicherung, ist die Partei eines Versicherungsvertrages, die Versicherungsschutz gewährt. In einem Versicherungsvertrag können mehrere Parteien Versicherer sein (Mitversicherung). Die Partei, der Versicherungsschutz gewährt wird, die also eine Versicherung benötigt, ist der Versicherungsnehmer.

  • Vertragserfüllungsbürgschaft

    Vertragserfüllungsbürgschaft (engl. performance bond) ist im Bankwesen ein Avalkredit, bei welchem die haftende Bank sicherstellt, dass ein Vertragspartner (Bankkunde) seine aus einem Vertrag gegenüber einem Dritten übernommenen Verpflichtungen erfüllen kann.

  • Vorauszahlung

    Vorkasse (auch Vorauskasse oder Vorauszahlung) ist eine Zahlungsbedingung, die – entgegen den bei Kaufverträgen allgemein gesetzlich vorgeschriebenen Regelungen – vom Käufer zunächst eine Zahlung des Kaufpreises verlangt, bevor der Verkäufer mit der vertraglichen Warenlieferung oder zugesicherten Dienstleistung beginnt.

  • Vorfinanzierung

    Vorfinanzierung ist im Bankwesen die Bezeichnung für eine meist kurzfristig angelegte Finanzierungsart, die zu einem Zeitpunkt erfolgt, an dem die endgültige Finanzierung noch nicht sichergestellt ist.

  • Ware

    Eine Ware im Sinne der Wirtschaftswissenschaften ist ein materielles Wirtschaftsgut, welches Gegenstand des Warenhandels ist und als Gegenstand des Warenumsatzes in Betracht kommt.

  • Währungsrisiko

    Als Wechselkursunsicherheit (auch Wechselkursrisiko) bezeichnet man in den Wirtschaftswissenschaften die aus der Unsicherheit über zukünftige Wechselkursentwicklungen entstehenden Risiken. Wechselkursunsicherheiten erhöhen die Transaktionskosten für Investoren, Unternehmer und Konsumenten und behindern so den internationalen Güter- und Kapitalverkehr. Die Unsicherheit bezüglich des Wechselkurses ist umso größer, je stärker die zu beobachtende Wechselkursvolatilität ist bzw. je weiter in der Zukunft die geplante Ausgabe in einer Fremdwährung liegt.

  • Wechsel

    Ein Wechsel (im 16. Jahrhundert verkürzt aus Wechselbrief) ist ein Wertpapier, das eine unbedingte Zahlungsanweisung des Ausstellers an den Bezogenen enthält, an jenen oder an einen Dritten (Begünstigter, Remittent) zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort eine bestimmte Geldsumme zu zahlen. Ein akzeptierter Wechsel („gezogen“ und mit Unterschrift des Bezogenen) wird Akzept genannt.

    Der Wechsel ist eine Urkunde und ein „geborenes Orderpapier“. Er wird daher nur mittels Indossament übertragen. Das Recht aus einem Wechsel kann nur durch Vorlage des Wechsels geltend gemacht werden. Das Bestehen, die Fälligkeit und die Durchsetzbarkeit der Verpflichtungen aus einem Wechsel, die nach Annahme durch den Bezogenen entstehen, sind losgelöst von der Forderung aus dem Grundgeschäft, derentwegen der Wechsel geleistet wird (abstraktes Wertpapier).

  • Wechselkurs

    Der Wechselkurs ist der Preis einer Währung, ausgedrückt in einer anderen Währung. Der Markt, auf dem sich dieser Preis bildet, ist der Devisenmarkt. Der Wechselkurs ist volkswirtschaftlich sehr bedeutsam, da er zum Beispiel die internationale Wettbewerbsfähigkeit eines Währungsraumes beeinflusst (siehe Wechselkursmechanismus). Für Unternehmen und Anleger besteht durch die Wechselkursänderungen ein Risiko (Wechselkursunsicherheit), wenn Forderungen an eine Fremdwährung gebunden sind.

  • Wechselkursrisiko

    siehe Wechselkursunsicherheit

  • Wechselkursunsicherheit

    Als Wechselkursunsicherheit (auch Wechselkursrisiko) bezeichnet man in den Wirtschaftswissenschaften die aus der Unsicherheit über zukünftige Wechselkursentwicklungen entstehenden Risiken. Wechselkursunsicherheiten erhöhen die Transaktionskosten für Investoren, Unternehmer und Konsumenten und behindern so den internationalen Güter- und Kapitalverkehr. Die Unsicherheit bezüglich des Wechselkurses ist umso größer, je stärker die zu beobachtende Wechselkursvolatilität ist bzw. je weiter in der Zukunft die geplante Ausgabe in einer Fremdwährung liegt.

  • Wechselkursversicherung

    siehe Hedgegeschäft

  • Weltbank

    Die Weltbank (engl. World Bank) bezeichnet im weiten Sinne die in Washington, D.C. (USA) angesiedelte Weltbankgruppe, eine multinationale Entwicklungsbank. Die Weltbankgruppe hatte ursprünglich den Zweck, den Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg stark zerstörten Länder zu finanzieren.

  • Widerrufliches Akkreditiv

    Nach der Art der Verpflichtung (Art. 6b ERA 600) können folgende Akkreditivarten unterschieden werden:

    1. widerrufliches Akkreditiv (englisch revocable letter of credit): Schuldversprechen mit auflösender Bedingung gemäß Art. 8 ERA 600, wonach die Akkreditivbank ihr Zahlungsversprechen jederzeit bis zur Annahme der Dokumente durch die Akkreditivstelle ändern oder annullieren kann. Es bietet für den Exporteur keine hinreichende Absicherung, so dass es selten vorkommt.
    2. unwiderrufliches Akkreditiv (englisch irrevocable letter of credit): dauerhaftes selbständiges Schuldversprechen einer Bank zur Zahlung nach Art. 9a ERA 600. 2a) unbestätigtes Akkreditiv (englisch non-confirmed letter of credit): ist eine bloße Ankündigung der Akkreditiveröffnung,
    2b) bestätigtes Akkreditiv (englisch confirmed letter of credit): Die bestätigende Bank verpflichtet sich hierdurch bei Vorlage akkreditivkonformer Dokumente, dem Exporteur - anstelle der Bank des Importeurs - Zahlung zu leisten, wenn die Bank des Importeurs nicht innerhalb einer Karenzzeit (oft 10-30 Bankarbeitstage) den Gegenwert anschafft.

  • Wirtschaftliches Risiko

    siehe politische Risiken

  • Wirtschaftssanktion

    Wirtschaftssanktionen sind alle Versuche der Einflussnahme auf das Verhalten anderer Staaten mittels wirtschaftlicher Instrumente. Diese versuchte Einflussnahme erfolgt über eine – wirkliche oder perzipierte – Veränderung der Kosten/Nutzen-Relationen alternativer Verhaltensweisen.

  • Zahlungsbedingung

    Zahlungsbedingungen (auch Zahlungskonditionen; englisch terms of payment) sind Allgemeine Geschäftsbedingungen, die die Zahlung der Geldschulden von Zahlungspflichtigen bei Geschäften regeln.

  • Zahlungsempfänger

    Zahlungsempfänger (englisch payee) ist in der Wirtschaft ein Gläubiger, der eine Zahlung von einem Zahlungspflichtigen (Schuldner) erhält.

  • Zahlungsgarantie

    Die Zahlungsgarantie einer erstklassigen Bank oder des ausländischen Staates stellt die übliche Form der Besicherung bei der Gewährung von gebundenen Finanzkrediten dar. Mit dieser Garantie verpflichtet sich der Garant unwiderruflich und vorbehaltlos gegenüber dem Kreditgeber, die garantierten Forderungen auf dessen erste Anforderung zu zahlen.

  • Zahlungspflichtiger

    Zahlungspflichtiger (englisch payer) ist in der Wirtschaft ein Schuldner, der zu einer Leistung in Geld an den Zahlungsempfänger (Gläubiger) verpflichtet ist. Dieser Anspruch des Gläubigers kann aus einem Schuldverhältnis oder einer öffentlich-rechtlichen Verpflichtung resultieren.

  • Zahlungsrisiko

    Das Zahlungsrisiko ist ein spezifisches Länderrisiko. Aufgrund staatlicher Eingriffe können zahlungswillige und -fähige Schuldner unvorhergesehenermaßen nicht zahlen.

  • Zahlungssysteme

    Als Zahlungsverfahren werden alle Formen und Prozesse der Übertragung von Eigentumsrechten an Zahlungsmitteln bezeichnet.[1] Alternativ wird auch von Bezahlverfahren, Zahlungssystemen oder Zahlungsinstrumenten gesprochen. Eine einheitliche Verwendung dieser Begriffe hat sich bislang nicht durchgesetzt. Das Spektrum der Zahlungsverfahren reicht von der einfachen Barzahlung an der Kasse bis hin zu innovativen elektronischen Lösungen (z. B. Mobile-Payment).

  • Zahlungsunfähigkeit

    Die Zahlungsunfähigkeit ist ein feststehender Rechtsbegriff und beschreibt die Unfähigkeit eines Schuldners, die fälligen Zahlungspflichten zu erfüllen (§ 17 Insolvenzordnung). Sie verpflichtet die Mitglieder des Vertretungsorgans von juristischen Personen und Gesellschaften ohne Rechtspersönlichkeit zur Stellung eines Antrages auf die Eröffnung des Insolvenzverfahrens und ist gleichzeitig ein Eröffnungsgrund für das Insolvenzverfahren (§ 15a, § 17 InsO).

  • Zahlungsverzug

    Im Schuldnerverzug befindet sich der Schuldner einer fälligen und durchsetzbaren Forderung, wenn er seine Leistungshandlung im Zeitpunkt des verzugsauslösenden Umstandes (in der Regel Mahnung oder Zeitablauf) nicht vorgenommen und diese Verzögerung zu vertreten hat. Im Falle einer Geldforderung spricht man (insbesondere außerhalb der Rechtswissenschaft) auch vom Zahlungsverzug. Im deutschen Recht ist der Schuldnerverzug im BGB geregelt; maßgeblich sind die § 280 Abs. 1 und 2, § 286 ff. BGB.

  • Zahlungsziel

    Zahlungsziel wird eine vom allgemeinen Kaufvertragsrecht abweichende Zahlungsbedingung genannt, durch die der Lieferant seinem Kunden beim Abschluss eines Kaufvertrages eine bestimmte Frist für die Zahlung einräumt (Zeitspanne zwischen Lieferung und Zahlung).

  • Zinsberechnungsmethode

    Zur korrekten Verwendung der Zinsformel bezüglich Tage t und Tageteiler T ist immer auch die Angabe der Zinsberechnungsmethode wichtig. Diese Usancen nennt man allgemein das Bankjahr. Darunter versteht man die Konvention, mit wieviel Tagen ein Jahr zu berechnen ist.

    Die Zinsberechnungsmethode gibt an, wie bei Laufzeiten unter einem Jahr zu verfahren ist. Es gibt folgende Methoden:

    (i) 30/360 (Deutsche Methode)
    Das Jahr wird mit 360 Tagen gerechnet, jeder Monat immer mit 30 Tagen.

    (ii) act/360 (Euromethode od. Französische Usance)
    Das Jahr wird mit 360 Tagen gerechnet, beim Monat zählen die tatsächlichen Tage (actual, deutsch klm ‚kalendermäßig‘).

    (iii) act/365 (Englische Methode)
    Das Jahr wird als kalendermäßiges Gemeinjahr mit 365 Tagen gerechnet, beim Monat zählen die tatsächlichen Tage (actual).

    (iv) act/act (tagegenaue Methode)
    Sowohl das Jahr als auch der Monat werden mit den tatsächlichen Tagen gerechnet (actual). Dabei wird die Zinsperiode aufgeteilt, wenn Schaltjahre enthalten sind, und für jeden Teil werden die zugehörigen Teiler verwendet. (Beispiel: 20. Dezember 2007 bis 20. Januar 2008: 31 Tage, aufgeteilt in 11 Tage / 365 und 20 Tage / 366).

  • Zinsbindungsfrist

    Zinsbindungsfrist wird im Bankwesen der Zeitraum genannt, für den der im Kreditvertrag vereinbarte Zinssatz fest vereinbart wird (Festzinsdarlehen), ohne dass sich aktuelle Marktzinsveränderungen auf den vereinbarten Zins auswirken. Der Begriff wird bei Krediten verwendet, deren Gesamtlaufzeit die Dauer der Zinsbindungsfrist übersteigt. Nach Ablauf der Zinsbindungsfrist ist eine neue Zinsvereinbarung zu treffen.

  • Zinsmarge

    siehe Marge

  • Zinssatz

    Der Zinssatz, auch Zinsfuß, ist der in Prozent ausgedrückte Preis für geliehenes Kapital, also der Zins als Prozentangabe

  • Zoll (Behörde)

    Zollverwaltung, häufig auch der Zoll (französisch douane), ist eine umfassende Bezeichnung für eine oder mehrere (zumeist nationale) Behörden, die im Rahmen des Zollrechts ihre primären Aufgaben aus der Erhebung von Zoll- und Steuerabgaben sowie der Überwachung des grenzüberschreitenden Warenverkehrs beziehen. Daneben können je nach Staat besondere Aufgaben hinzukommen, beispielsweise in Deutschland und Österreich Bekämpfung der Schwarzarbeit, in Italien Aufgaben des allgemeinen Grenzschutzes oder in der Schweiz die Erhebung der Lenkungsabgaben, zum Beispiel auf flüchtige organische Verbindungen.

  • Zug um Zug

    Im deutschen Schuldrecht bezeichnet der Begriff der Leistung Zug um Zug, dass der Schuldner dem Gläubiger nicht unbedingt verpflichtet ist, sondern der gegen ihn gerichtete Anspruch seinerseits von einer Leistung des Gläubigers abhängig ist. Bei einer Zug-um-Zug-Leistung sind Gläubiger und Schuldner eines Schuldverhältnisses jeweils nur dann zur Leistungserbringung verpflichtet, wenn auch die Gegenseite das Erforderliche getan, also beispielsweise ihre Leistung angeboten hat. Sinn und Zweck der Verpflichtung Zug um Zug besteht darin, einem am Güteraustausch Beteiligten einen Schutz davor zu gewähren, dass er seine Leistung erbringt, aber die Leistung des anderen nicht gleichzeitig erhält.

  • Zusageprovision

    Vom Zeitpunkt des Kreditvertragsabschlusses bis zur vollständigen Auszahlung des Darlehens stellt der Kreditgeber dem Kreditnehmer für den noch nicht ausgezahlten Darlehensbetrag eine Zusageprovision in Rechnung.

  • Zweifelhafte Forderung

    Zweifelhafte Forderungen ist ein Begriff aus dem Handelsrecht und dem Rechnungswesen, der die ungewisse Einbringlichkeit von Forderungen beschreibt.